Manfred Krug ist tot. Der Schauspieler ist am vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren gestorben, wie sein Management mitteilte.

Krug ist besonders für seine Rollen in Liebling Kreuzberg, im Tatort und in Spur der Steine bekannt. Auch als Jazzsänger war er beliebt.

Krug kam 1937 in Duisburg zur Welt. Als Zwölfjähriger folgte er seinem Vater in die DDR. Dieser war nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Suche nach Arbeit nach Brandenburg gezogen. 1954 begann Krug ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule, die er nach anderthalb Jahren "wegen disziplinarischer Schwierigkeiten" verlassen musste. 

Als freischaffender Künstler arbeitete Krug in der DDR für Kino und Fernsehen. Dabei trat er zum Beispiel 1961 als Mephisto neben Hilmar Thate in Goethes Urfaust auf.

Neben der Schauspielerei wurde Krug als Sänger bekannt. 1970 übernahm er die Rolle des Rauschgifthändlers Sporting Life in Porgy and Bess an der Komischen Oper Berlin. Darüber hinaus feierte er Erfolge als Jazzinterpret und Chansonsänger. Krug tourte durch die DDR, Polen sowie die ehemalige ČSSR und veröffentlichte insgesamt zehn Platten.

Beim DDR-Filmunternehmen Defa war Krug vorwiegend auf die Rollen von Halbstarken, Ganoven und Kriminellen festgelegt, bis Frank Beyer ihm die Rolle des polnischen Interbrigadisten Oleg in Fünf Patronenhülsen gab. Beyers Film Spur der Steine (1966) allerdings, in dem Krug den raubeinigen Brigadier Balla verkörperte und den er als den wichtigsten Film seiner Karriere bezeichnete, wurde nur drei Tage nach der Premiere vom DDR-Machtapparat verboten.

Ausreise in den Westen

In etwa 40 Filmen, 20 Fernsehspielen und vielen Shows hatte Krug in der ehemaligen DDR mitgewirkt – dann setzte seine Unterschrift unter die Protestresolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann seiner Karriere in dem Land ein Ende. Im April 1977 beantragte Krug die Ausreise und übersiedelte noch im selben Jahr mit seiner Familie nach Westberlin.

Krugs erster Fernseherfolg im Westen war die Titelrolle in der Gaunerkomödie Paul kommt zurück. Populär waren auch seine Rollen als Fernfahrer Franz Meersdonk in der Vorabendserie Auf Achse und als Berliner Privatdetektiv Bruno Roth. Krug trat zudem als Hauptkommissar Stoever im Tatort und als Berliner Anwalt Robert Liebling in der Serie Liebling Kreuzberg auf – eine Rolle, die ihm sein Freund Jurek Becker auf den Leib geschrieben hatte.

Krug lebte bis zuletzt in Berlin. Er war verheiratet und hatte mit seiner Frau drei gemeinsame Kinder. Im Jahr 2002 bekannte er sich zudem zu einer unehelichen Tochter, die 1998 geboren wurde.