Die Regisseure der fünf für den Auslandsoscar nominierten Filme haben ein "Klima des Fanatismus" in den USA beklagt. "Führende Politiker" säten Furcht, indem "sie uns nach Geschlechtern, Hautfarben, Religionen und Sexualitäten trennen", heißt es laut einem Bericht der New York Times in einer gemeinsamen Erklärung. Unterzeichnet wurde das Statement von der deutschen Filmemacherin Maren Ade (Toni Erdmann), dem iranischen Regisseur Asghar Farhadi (The Salesman), dem Dänen Martin Zandvliet (Unter dem Sand), Hannes Holm aus Schweden (Ein Mann namens Ove) und dem australischen Regisseur-Duo Martin Butler und Bentley Dean (Tanna).

Die sechs Filmemacher erklärten, der Auslandsoscar sei Menschen gewidmet, die sich für die Förderung von Eintracht und Verständigung einsetzten – egal wer den Preis gewinnen werde. Filme hätten die Kraft, die Angst der Menschen voreinander zu schwächen. "Wir glauben, dass kein anderes Medium die Macht hat, einen tiefen Einblick in die Probleme anderer Leute zu ermöglichen und Gefühle der Distanz in Neugierde, Empathie und Mitgefühl umzuwandeln – selbst gegenüber denjenigen, die uns als Feinde vorgestellt wurden", zitiert die New York Times aus dem Schreiben.

Farhadi hat angekündigt, die Oscar-Verleihung zu boykottieren. Damit reagierte der Iraner auf den von US-Präsident Donald Trump verfügten Einreisestopp für sieben überwiegend muslimische Länder, darunter der Iran. Trumps umstrittenes Dekret wurde inzwischen gerichtlich blockiert.

Anmerkung der Redaktion: In einer frühen Textversion hatten wir von einer "Kritik am Faschismus" statt "Fanatismus" berichtet. Diesen Fehler hatten wir in der Nacht von einer unserer Nachrichtenagenturen übernommen. Wir haben ihn mittlerweile korrigiert und bitten vielmals um Entschuldigung. In diesem Beitrag erklärt unsere Textchefin, wie wir auf ZEIT ONLINE mit Fehlern umgehen.