Nach der ARD wird auch Arte die ursprünglich abgelehnte TV-Dokumentation Auserwählt und ausgegrenzt: Der Hass auf Juden in Europa nun doch in das Programm aufnehmen. Grund dafür ist die Entscheidung des Ersten, den Film mit anschließender Diskussion darüber an diesem Mittwoch um 22.15 Uhr zu zeigen. "Diese Entscheidung führt zu einer neuen Situation für Arte", teilte der Sender mit.

Der Film soll auf Arte ebenfalls am Mittwoch, allerdings um 23 Uhr, gesendet werden. Im Anschluss soll eine Diskussionssendung zu dem Thema folgen. "Dabei sollen auch die vom WDR beanstandeten handwerklichen Mängel der Dokumentation berücksichtigt werden", heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Doku war von Arte in Auftrag gegeben und vom WDR produziert worden. Arte hatte sich allerdings gegen eine Ausstrahlung entschieden, weil der Film grundlegend vom ursprünglichen Sendekonzept abgewichen sei. So habe der Fokus entgegen des Auftrages nicht auf europäischen Ländern gelegen, sondern auf dem Nahen Osten. Aufgrund von Artes besonderem Blickwinkel auf Europa sei das "nicht akzeptabel" gewesen. Auch der WDR sendete den Film unter Verweis auf handwerkliche Mängel nicht. Die Berichterstattung sei nicht ausgewogen gewesen, hieß es.

Die Entscheidung war stark kritisiert worden. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte die Sender aufgefordert, den unter Verschluss gehaltenen Film über Antisemitismus freizugeben. Außerdem hat der Produzent Joachim Schröder schwere Vorwürfe gegen die öffentlich-rechtlichen Sender erhoben. Der ZEIT sagte Schröder, die Programmverantwortlichen hätten nie mit ihm oder der zuständigen WDR-Redakteurin Sabine Rollberg darüber gesprochen, warum sie den Film nicht senden wollen. Schließlich veröffentlichte bild.de den Film für 24 Stunden online. Im Internet kursieren zahlreiche fehlerhafte Versionen.