Nach der jüngsten Ausgabe der US-Fernsehshow Last Week Tonight hat der Minenbetreiber Robert Murray den Moderator John Oliver wegen Verleumdung verklagt. Das berichteten mehrere US-Medien. Dieser habe ein "akribisch geplantes, rücksichtsloses Attentat" auf Murrays Persönlichkeit verübt. Sein Unternehmen habe damit schwer beschädigt werden sollen.

Oliver hatte den Umgang mit dem Thema Kohle unter der Regierung von US-Präsident Donald Trump zum Schwerpunkt seiner Show gemacht. Er kritisierte Trumps Versprechen, Tausende Kohlejobs zurückzubringen – ungeachtet der Tatsache, dass sich die Industrie in einem steten Abwärtstrend befindet und Trump Sozialprogramme für Minenarbeiter zurückfährt. "Wir müssen uns ernsthaft mit der Situation der Kohleindustrie und ihrer Arbeiter auseinandersetzen", sagte Oliver.

In dem 24-minütigen Segment macht er sich über den Boss der Murray Energy Corporation, ein Kohleunternehmen aus Ohio, lustig. Für seine Verhältnisse bleibt Oliver aber eher zurückhaltend. Er kritisiert vor allem Murrays Verhalten gegenüber dessen Mitarbeitern und seine energiepolitische Einstellung. Oliver kündigte schon in der Sendung an, dass Murray ihn vermutlich juristisch verfolgen werde, sei dieser doch sehr klagefreudig und habe juristische Schritte angedroht, wenn Oliver nicht von ihm ablasse.

Die Show des in den USA lebenden Briten wird auch in Deutschland viel gesehen. Der beklagte Ausschnitt wurde auf YouTube bereits mehr als 4,7 Millionen Mal aufgerufen.