Der US-amerikanische Schauspieler und Theaterautor Sam Shepard ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Wie ein Sprecher der Familie mitteilte, starb Shepard am Donnerstag in seinem Zuhause in Kentucky an den Folgen der Nervenkrankheit Amyotropher Lateralsklerose (ALS). Shepard hatte sich vor allem als Charakterdarsteller in Filmen und als Verfasser von Theaterstücken einen Namen gemacht. Zuletzt war er unter anderem als der Patriarch Robert Rayburn in der Netflix-Serie Bloodline zu sehen.

Shepards künstlerische Karriere erstreckte sich über fünf Jahrzehnte und umfasste verschiedene Genres. Er schrieb unter anderem 44 Theaterstücke, zahlreiche Bücher, Essays, Memoiren und Kurzgeschichten. Sein Theaterstück Buried Child von gewann 1979 den Pulitzerpreis. Darin skizzierte er die Untiefen von Beziehungen und Männerrollen innerhalb einer Familie im ländlichen Westen der USA.

Auch als Schauspieler hatte Shepard Erfolg. Für das Astronautendrama Der Stoff, aus dem die Helden sind wurde er 1983 in der Kategorie bester Nebendarsteller für einen Oscar nominiert. Dem deutschen Publikum ist Shepard auch als Hauptdarsteller von Volker Schlöndorffs  Homo Faber (1991) bekannt, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Max Frisch.

Geboren wurde Samuel Shepard Rogers am 5. November 1943 in Fort Sheridan im US-Bundesstaat Illinois als Sohn einer Lehrerin und eines Airforce-Offiziers geboren. Die Familie lebte später auf einer Ranch in Kalifornien. Schon auf der High School machte er erste Erfahrungen mit der Schauspielerei und schrieb Theaterstücke. Er studierte jedoch zunächst ein Jahr lang Landwirtschaft, bevor er sich für die Kunst entschied und sich einem Tourneetheater anschloss.

1963 kam Shepard schließlich nach New York und arbeitete zunächst als Kellner im Jazzclub Village Gate. In dieser Zeit brachte er seine ersten Theaterstücke auf Avantgardebühnen und wurde schnell zu einem der meistgespielten amerikanischen Dramatiker.