Die Fernsehserie Babylon Berlin ist beim diesjährigen Deutschen Fernsehpreis gleich in vier Kategorien ausgezeichnet worden: Beste Drama-Serie, Beste Kamera, Beste Musik und Beste Ausstattung. Die Serie spielt im Berlin der Zwanzigerjahre und erzählt die Geschichte des Kommissars Gereon Rath, der in einem Erpressungsfall ermittelt. Dabei geht es auch um Drogen, Mord und Politik. Die Serie hat derzeit zwei Staffeln, eine dritte Staffel ist geplant. Regie führten Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries. Ausgestrahlt wird sie sowohl beim öffentlich-rechtlichen Sender ARD als auch dem Pay-TV-Sender Sky.

Der ARD-Vorsitzende und Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR), Ulrich Wilhelm, sieht sich wegen der TV-Serie mit Vorwürfen des Spiegels konfrontiert. Da Wilhelm seit 2014 mit der Tochter des Babylon-Berlin-Produzenten und Rechtehändlers Jan Mojto verheiratet ist, bemängeln Kritiker, dass weder im Rundfunkrat noch im Verwaltungsrat des BR transparent sei, wie genau die Verbindung Wilhelms zu den an der Produktion beteiligten Firmen sei. Wie der Spiegel berichtet, ist Wilhelms Ehefrau gemeinsam mit ihrer Schwester über zwei Zwischengesellschaften seit Dezember 2015 Mehrheitseignerin der Firma Beta, die Babylon Berlin im Ausland vermarktet, und zudem seit Anfang 2017 an der Firma X Filme beteiligt, die die Serie für die ARD und Sky produziert. Einen Interessenkonflikt gebe es nicht, teilte der BR auf Anfrage mit. Wilhelm sei als Intendant an der Produzentenauswahl nicht beteiligt. Auch als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der ARD-Tochter Degeto, die Babylon Berlin für die ARD eingekauft hat, sei er nicht mit Einzelverträgen befasst.

Ebenfalls mehrfach ausgezeichnet wurde die TNT-Serie 4 Blocks über eine kriminelle, arabische Großfamilie in Berlin-Neukölln. 4 Blocks gewann in den Kategorien Beste Regie und Bester Schnitt, außerdem wurde Kida Khodr Ramadan als bester Schauspieler ausgezeichnet. In der Serie spielt der 41-Jährige den Mafiaboss Ali Hamady. Den Preis widmete er bei der Verleihung unter Tränen seiner Familie. Er grüßte Frau und Kinder und schloss seine Dankesrede mit den Worten: "Mein Vater wär' stolz auf mich."

Beste Schauspielerin wurde Julia Jentsch für ihre Darstellung im ARD-Spielfilm Das Verschwinden. Darin spielt sie die alleinerziehende Krankenpflegerin Michelle Grabowski, die sich im bayerischen Forstenau auf die Suche nach ihrer verschwundenen Tochter Janine macht. 

Für die beste Moderation wurde die Moderatorin des heute journals im ZDF, Marietta Slomka, ausgezeichnet. Die Jury hatte Slomka in der Kategorie beste Moderation/Einzelleistung Information zusammen mit Dunja Hayali (ZDF-Morgenmagazin) und Caren Miosga (ARD-Tagesthemen) nominiert. Außerdem erhielt Thomas Gottschalk einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Der Deutsche Fernsehpreis wird jedes Jahr seit 1999 von großen TV-Anbietern zur Würdigung hervorragender Leistungen des vergangenen Jahres für das Fernsehen verliehen. Die Gala fand im Palladium in Köln statt und wurde nicht im Fernsehen übertragen, man konnte die Verleihung aber über einen Liveticker verfolgen.