Einen Tag vor der Oscar-Verleihung hat die sozialkritische Horrorkomödie Get Out bei der Verleihung der Independent Spirit Awards die wichtigsten Preise gewonnen. Als Produzent und Regisseur holte Jordan Peele die Trophäen für den besten Film und die beste Regie. Damit bekam der Film etwas Rückenwind für die Oscar-Gala, bei der er in der Kategorie bester Film als Außenseiter antritt. Nominiert ist er zudem für das beste Drehbuch, die beste Regie und Hauptdarsteller Daniel Kaluuya.

Die Spirit Awards würdigen Arbeiten aus der unabhängigen Filmindustrie, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben. Sie werden traditionell am Vortag der Oscars in einem Festzelt am Strand von Santa Monica verliehen. Der Überraschungshit Get Out war mit 4,5 Millionen Dollar produziert worden und spielte weltweit 255 Millionen Dollar ein. "Wir sind am Beginn einer Renaissance, in der die Geschichten von Außenseitern, Geschichten von Menschen in diesem Raum, die gleichen Geschichten, die von unabhängigen Filmemachern seit Jahren erzählt worden sind, geehrt, anerkannt und gefeiert werden", sagte Peele.

In den vergangenen vier Jahren hatte der beste Film bei den Spirit Awards auch immer den Oscar in der gleichen Kategorie abgeräumt –  das galt für Moonlight, Spotlight, Birdman und 12 Years a Slave). Auch andere Oscar-Favoriten konnten bereits bei den Spirits triumphieren: Frances McDormand gewann für ihre Darstellung in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri die Auszeichnung als beste Schauspielerin. Ihr Schauspielkollege in dem Streifen, Sam Rockwell, bekam den Preis für die beste männliche Nebenrolle. In der Sparte beste weibliche Nebenrolle siegte Allison Janney (I, Tonya). Als bester Schauspieler wurde Timothée Chalamet (Call Me by Your Name) gewürdigt, der in dieser Kategorie zumindest bei den Indie-Filmpreisen nicht gegen Gary Oldman antreten musste. Oldman wird als Favorit bei der Oscar-Verleihung gehandelt.

Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Tragikomödie Toni Erdmann den Independent Spirit Award als bester Auslandsfilm gewonnen, diesmal waren keine deutschen Filme unter den Anwärtern. Der Preis ging an den chilenischen Film Eine fantastische Frau, der von Deutschland mitproduziert wurde.