Der Deutsche Gerd Nefzer hat den Oscar für die Besten Visuellen Effekte gewonnen. Der 52-Jährige wurde in der Nacht zu Montag in Hollywood mit drei Kollegen für die Arbeit am Science-Fiction-Film Blade Runner 2049 ausgezeichnet. Er zeigte sich überglücklich: "Dankeschön, Germany! Thank you – great", sagte er in seiner Dankesrede mit der goldenen Statue in der Hand. Nefzer kommt aus Schwäbisch Hall, arbeitet aber auch in der Filmschmiede Potsdam-Babelsberg.

Weitere deutsche Oscarhoffnungen wurden enttäuscht: So gingen die Regisseurin Katja Benrath und ihr Produzent Tobias Rosen in der Kategorie des besten Live-Action-Kurzfilms leer aus. Ihr Werk Watu Wote – All of us unterlag gegen die britische Produktion The Silent Child. Benraths Film handelt von einem Anschlag der radikal-islamischen Shebab-Miliz auf einen Reisebus in Kenia, bei dem sich die muslimischen Passagiere mit ihren christlichen Mitinsassen solidarisieren. Der Film basiert auf einer realen Begebenheit. Benrath kann sich damit trösten, dass sie im vergangenen Jahr für Watu Wote den Studenten-Oscar gewonnen hatte. Benrath und Rosen sind beide Absolventen der Hamburg-Media-School.

Auch der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer musste auf einen Preis für seinen Soundtrack zum Kriegsfilm Dunkirk verzichten. Stattdessen ging der Oscar an den französischen Komponisten Alexandre Desplat für die Musik zu der Fantasy-Romanze Shape of Water – Das Flüstern des Wassers.Zimmer ist einer der erfolgreichsten Filmkomponisten aller Zeiten. Er bekam bislang einmal den Oscar: 1995 für Der König der Löwen.

Zuvor waren deutsche Filmemacher in der Kategorie Animierter Kurzfilm leer ausgegangen. Die beiden in Berlin lebenden Regisseure Jakob Schuh und Jan Lachauer waren für ihren Trickfilm Revolting Rhymes (Es war einmal...nach Roald Dahl) nominiert worden. In dem Animationswerk treffen Märchenfiguren wie Schneewittchen, Rotkäppchen und der böse Welt aufeinander. Stattdessen gewann Dear Basketball des US-Amerikaners Glen Keane; der ehemalige Basketballprofi Kobe Bryant hatte das Drehbuch geschrieben.