17 Tänzer sitzen zusammengesunken im Halbkreis auf Stühlen. Zu lauter, rhythmusgetriebener Musik geraten sie in ein wildes Zucken, springen schließlich auf und rufen laut: "Shebashamayim uva’aretz!" Das ist hebräisch und bedeutet "Himmel und Erde".

Mit dieser Choreografie beginnt 7 Tage in Entebbe, aber nein, der neue Politthriller des brasilianischen Regisseurs José Padilha ist nicht etwa ein heimlicher Tanzfilm. Es geht schon hauptsächlich um die Befreiung israelischer Geiseln aus den Händen palästinensischer und deutscher Entführer am 4. Juli 1976. Aber die Tanzeinlage ist die zentrale Metapher des Films, die Padilha immer wieder visuell und akustisch mit der Handlung verschränkt.

In 7 Tage in Entebbe beschäftigt sich der 50-Jährige erstmals mit einem politischen Thema außerhalb seiner Heimat. Und wie es so seine Art ist, genügt es ihm dabei nicht, sich nur mit der dramatischen Entführungs- und anschließenden Befreiungsaktion auseinanderzusetzen. Mit 7 Tage in Entebbe versucht Padilha, gleich den ganzen Nahostkonflikt zu durchdringen – ein Unternehmen, das notgedrungen scheitern muss. Allerdings geschieht das wie immer bei diesem hyperaktiven Politfilmer auf interessante und stilistisch berauschende Weise.

Die Geiselbefreiung von Entebbe wurde schon mehrfach verfilmt, bisher immer als martialisches Actionspektakel (etwa …die keine Gnade kennen mit Charles Bronson). Padilha wagt deutlich mehr, künstlerisch wie erzählerisch. Die wahre Geschichte dreht sich um die Entführung des Air-France-Flugs 139, der am Vormittag des 27. Juni 1976 in Tel Aviv abhebt. Unter den 270 Personen an Bord befinden sich zwei Mitglieder der Volksfront zur Befreiung Palästinas und zwei Mitglieder der deutschen Terrororganisation "Revolutionäre Zellen": Wilfried Böse (Daniel Brühl) und Brigitte Kuhlmann (Rosamund Pike). Die Terroristen kapern die Maschine und nehmen Kurs auf das ugandische Entebbe, wo sie den Austausch der mehr als hundert Geiseln gegen palästinensische Gefangene erzwingen wollen.

Das Drehbuch (Gregory Burke) erzählt das Geschehen hauptsächlich aus zwei Perspektiven. Es beobachtet die Dynamik zwischen den deutschen Entführern und ihren palästinensischen Komplizen und zeigt, dass Böse bald Zweifel kommen. Vor allem, als die Palästinenser die jüdischen Passagiere vom Rest der Entführten trennen – ein Vorgang, der an die Selektion in den Konzentrationslagern erinnert.

Zeitgleich ringt das israelische Kabinett darum, wie es mit der Situation umgehen soll. Premierminister Izchak Rabin (Lior Ashkenazi) will Verhandlungen, Verteidigungsminister Schimon Peres (Eddie Marsan) setzt dagegen eine militärische Operation in Gang.