Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an das Familiendrama Shoplifters des Japaners Hirokazu Kore-eda. Der 55-Jährige erzählt darin von einer aus Außenseitern zusammengewürfelten Familie, die am Rande der Gesellschaft lebt. Die Goldene Palme ist der Hauptpreis des Festivals, das dieses Jahr zum 71. Mal stattfand.

Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Abends, ging an den US-Amerikaner Spike Lee. Seine gefeierte Satire Black Klansman basiert auf der wahren Geschichte eines schwarzen Polizisten, der sich in den Siebzigerjahren in den rassistischen Ku-Klux-Klan einschmuggelte.

Als bester Schauspieler wurde der Italiener Marcello Fonte geehrt. Er spielt in Matteo Garrones Dogman einen gutmütigen Mann, der von einem Kriminellen drangsaliert wird. Beste Schauspielerin wurde Samal Yeslyamova aus Nordkasachstan für ihre Leistung in dem Drama Ayka von Sergey Dvortsevoy. Ayka ist eine deutsche Koproduktion.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals wurde auch eine Sonder-Goldene-Palme verliehen: An Jean-Luc Godard, weil er, so Jurypräsidentin Cate Blanchett, "Kino konstant neu definiert".

Den Preis der Jury erhielt der libanesische Beitrag Capernaum der Regisseurin Nadine Labaki. Für die beste Regie wurde der Pole Pawel Pawlikowski für Cold War ausgezeichnet. Die Auszeichnung für das beste Drehbuch wurde gleich zweimal vergeben: An die Italienerin Alice Rohrwacher für Happy is Lazzaro und - zu gleichen Teilen - an die Iraner Jafar Panahi und Nader Saeivar. Sie schrieben das Drehbuch zu Panahis Film Three faces.