Der Deutsche Kulturrat hat ARD und ZDF dazu aufgefordert, ihre Talkshows zu überarbeiten und ein Jahr lang keine mehr zu senden. Der Geschäftsführer Olaf Zimmermann kritisierte in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung die einseitige Berichterstattung in den Sendungen. "Mehr als 100 Talkshows im Ersten und im ZDF haben uns seit 2015 über die Themen Flüchtlinge und Islam informiert und dabei geholfen, die AfD bundestagsfähig zu machen", sagte Zimmermann.

Explizit kritisierte der Kulturratsgeschäftsführer die Talkshow von Sandra Maischberger am Mittwochabend mit dem Titel "Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz?". Dazu sagte er: "Gestern Abend wurde in der Talkrunde im Ersten allen Ernstes schwerpunktmäßig über das Händeschütteln als einen vermeintlichen Ausdruck deutscher Kultur debattiert. Ich finde, die Talkshows im Ersten und im ZDF sollten sich eine einjährige Auszeit nehmen und ihre Konzeptionen überarbeiten."

Der Deutsche Kulturrat ist der Dachverband der Bundeskulturverbände. Ziel des Deutschen Kulturrates ist es, die "kulturpolitische Diskussion auf allen politischen Ebenen anzuregen und für Kunst-, Publikations- und Informationsfreiheit einzutreten".