Berlin - Neues Führungsduo für die Berlinale Der Italiener Carlo Chatrian und die Niederländerin Mariette Rissenbeek übernehmen 2020 als Nachfolger von Dieter Kosslick die Leitung der Berlinale. Damit soll das Filmfestival jünger und noch internationaler werden. © Foto: picture alliance/Christoph Soeder/dpa

Der bisherige Chef des Filmfests von Locarno, Carlo Chatrian, soll künstlerischer Leiter der Berlinale werden. Er  trete im Mai 2019 die Nachfolge des scheidenden Dieter Kosslick an, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Zuvor hatte der Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes GmbH (KBB) den Vorschlag der Findungskommission bestätigt.

Zugleich bestellte die KBB die Berliner Film-Managerin Mariette Rissenbeek zur Geschäftsführerin des Berliner Filmfestivals. Die 1956 in den Niederlanden geborene Rissenbeek gehörte mit Kulturstaatsministerin Grütters und dem ehemaligen Berliner Senatskanzleichef Björn Böhning der 2017 gebildeten Kommission an, die einen künstlerischen Leiter für die Berlinale finden sollte. Derzeit ist sie Geschäftsführerin der Marketingfirma German Films.  

Als Doppelspitze erhalten beide einen Vertrag über fünf Jahre. Der scheidende Berlinale-Chef Kosslick hatte beide Spitzenfunktionen innegehabt: künstlerische Leitung und Geschäftsführung. Die Berlinale im Februar 2019 wird Kosslicks letzte sein.  

Chatrian, 1971 in Turin in Italien geboren, leitet seit 2012 das erfolgreiche Arthouse-Publikumsfestival von Locarno in der Schweiz. Von Haus aus ist Chatrian Filmpublizist, seit 2002 arbeitet er für Festivals. Der Schweizer Journalist Andreas Scheiner beschrieb ihn bei ZEIT ONLINE als als den "Introvertierten mit den Locken", der ein "Cineast wie aus dem Drehbuch" sei. 2017 hatte Chatrian der ZEIT gesagt, ihm gehe das Showtalent ab und er glaube nicht, für die Berlinale geeignet zu sein.

Studiert hat Chatrian Literatur und Film an der Universität in Turin, seine Abschlussarbeit behandelte das Frühwerk des französischen Regisseurs Jacques Rivette. In Locarno kuratierte er sechs Jahren lang ein anspruchsvolles Wettbewerbsprogramm, an dem sich das Publikum, aber auch gestandene Filmjournalisten abarbeiten.