In den USA wächst der Ärger über die Berichterstattung von Fox News – auch bei Mitarbeitern des Unterhaltungskonzerns 21st Century Fox, zu dem der konservative Nachrichtensender gehört. Wie bereits Seth MacFarlane, Produzent der Fox-Serie Family Guy, kritisierte nun auch der Mitentwickler der preisgekrönten Fernsehserie Modern Family, Steve Levitan, die betont positive Berichterstattung über die Politik von US-Präsident Donald Trump.

Levitan twitterte, die "23-Stunden-am-Tag-Unterstützung" für die Waffenlobby, für konservative Verschwörungstheorien und für Trump seien "mit jedem Tag schwerer zu schlucken, während ich auf das Gelände fahre, um eine Show über Inklusion zu machen". Er freue sich, Modern Family zu beenden und dann weiterzuziehen.

Dass die für Herbst angekündigte zehnte Staffel der Serie die letzte sein soll und sein Vertrag dann endet, hatte Levitan allerdings bereits im Januar angekündigt. Auch seine Drohung, mit dem Filmstudio 20th Century Fox nicht länger zusammenzuarbeiten, relativierte Levitan kurz darauf: Er werde abwarten und dann zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, hieß es in einem Statement.

"Das sind eigentlich Sommerlager"

Auslöser für Levitans Ärger sind die Berichte von Fox News über die Entscheidung der US-Regierung, Kinder von illegalen Einwanderern an der Grenze von ihren Eltern zu trennen und teils in Pflegefamilien, vor allem aber in Zeltstädten unterzubringen. So hatte Nachrichtenmoderatorin Laura Ingraham gesagt, die Lager der Kinder seien "eigentlich Sommerferienlager". Für Entrüstung sorgte auch der Fox-News-Auftritt von Justizminister Jeff Sessions: Die Vergleiche seiner Politik mit Praktiken der Nationalsozialisten bezeichnete er auch deshalb als verfehlt, weil im Gegensatz zu den illegal in die USA gelangten Migranten die Nazis "die Juden davon abgehalten haben, das Land zu verlassen".

Zuvor hatte Fox-News-Moderator Tucker Carlson im Zusammenhang mit den Behauptungen des US-Präsidenten über die deutsche Kriminalstatistik die Zuschauer ermahnt: "Wenn Sie verstehen wollen, was wirklich in Ihrem Land passiert, nehmen Sie immer das Gegenteil von dem an, was Ihnen von den großen Nachrichtensendern berichtet wird." Der Schauspieler Seth MacFarlane twitterte daraufhin: "In anderen Worten: Denken Sie nicht kritisch, informieren Sie sich nicht bei unterschiedlichen Nachrichtenquellen – und schalten Sie generell Ihr Gehirn aus." Er schäme sich, für dieses Unternehmen zu arbeiten, schrieb MacFarlane und kündigte an, 2,5 Millionen Dollar an einen Radiosender in Südkalifornien zu spenden, um dessen Berichterstattung zu unterstützen.