"Die Pest"

Die Pest war der Überraschungserfolg dieses Jahres in Spanien. Die Geschichte über eine Mordserie im von der Beulenpest befallenen Sevilla des Jahres 1597 wollten mehr Spanier sehen als die letzte Staffel von Game Of Thrones. Held der sechsteiligen Serie ist der ehemalige Soldat Mateo Núñez (Pablo Molinero). Obwohl er von der Inquisition verfolgt wird, weil er verbotene Bücher druckt, kehrt er nach Sevilla zurück, weil er ein Versprechen einlösen will. Als er gefasst wird, erhält er ein merkwürdiges Angebot: Wenn er es schafft, eine mysteriöse kultische Mordserie aufzuklären, wird er begnadigt. 

Die zehn Millionen teure Eigenproduktion der größten spanischen Pay-TV-Plattform Movistar+ wurde geschrieben und gedreht von Rafael Cobos und Alberto Rodríguez Librero. Sie hatten schon mit ihrem Noir-Krimi La isla mínima – Mörderland, der kurz nach dem Ende der Franco-Diktatur spielt, Crime und History höchst virtuos miteinander verbunden. 

Obwohl nur die erste Episode vorab zu sehen war, verrät der Prolog mit seiner düster-beklemmenden Atmosphäre und den herausragenden Bildern des Kameramanns Pau Esteve Birbas, dass Die Pest herausragt zwischen den üblichen Historienstoffen. Núñez, der Mördersucher wider Willen, wirkt wie ein Geistesverwandter der amoralischen Ermittler von Dashiell Hammett oder Raymond Chandler. Wer Noir-Serien mag, dem dürfte Die Pest gefallen. Und Game Of Thrones-Fans ebenfalls – sofern sie auf Nebensächlichkeiten wie Drachen und Eiszombies verzichten können.
(Jens Mayer)

"Die Pest" läuft ab 19. Juli immer donnerstags ab 20.15 Uhr auf Sky Atlantic sowie auf Abruf mit Sky Go und Sky On Demand sowie Sky Ticket.