"Arthurs Gesetz"

Wenn man eine Serie als ambitioniert bezeichnet, könnte man genau so sagen: Hat nicht ganz geklappt. Arthurs Gesetz, die neue Produktion von TNT Comedy, hat gute Ansätze. Sie ist prominent besetzt mit Jan Josef Liefers, Martina Gedeck und Nora Tschirner, aufwendig gefilmt und fest entschlossen, die deutsche Fernsehlandschaft um eine schwarze Komödie reicher zu machen.

Liefers spielt Arthur Ahnepol, der an seinem 50. Geburtstag vor den Trümmern seiner Existenz steht. Er ist arbeitslos und pleite, das Jobcenter will ihm auch noch das Häuschen nehmen und seine gehässige Ehefrau Martha (Martina Gedeck) macht ihm schon lange das Leben zur Hölle. Als er sich in die Kleinstadtprostituierte (Cristina do Rego) verliebt, eskalieren die Dinge. Und überall, wo Arthur auftaucht, gibt es plötzlich Tote.

Die Analogie zu Fargo ist unübersehbar – ein Mann, der beim Versuch, sein Leben zu retten bzw. seine Ehefrau zu töten, eine Lawine unvorhersehbarer Ereignisse auslöst. Das große Manko der Geschichte des Headautors Benjamin Gutsche ist, dass sie mit ziemlich allen Bauteilen zugestellt ist, die das Genre so hergibt: In den ersten vier Episoden, die vorab zu sehen waren, werden Männer mit Bauschaum erstickt, mit Kronleuchtern erschlagen und an Schweine verfüttert. Das eigentlich Interessante, die Entwicklung der drei Hauptcharaktere (Martina Gedeck spielt eine Doppelrolle als Hausfrau und Polizistin) und der Kernkonflikt um ein Ehepaar, das sich hasst, kommt dagegen viel zu kurz.

Fraglich ist auch, welches Publikum Arthurs Gesetz eigentlich erreichen will. Für ein klassisches TV-Publikum ist die Serie mit ihrem recht artifiziellen Look zu edgy – und einigen wohl auch zu brutal. Eine Netflix-gestählte jüngere Zielgruppe wird sich dagegen vielleicht von der Besetzung aus dem typischen 20.15-Uhr-Fernsehen abschrecken lassen. Was in diesem Fall allerdings ungerechtfertigt ist. Denn das muss man dem Regisseur Christian Zübert wirklich anrechnen: Liefers und Gedeck hat man so gut wohl noch nie gesehen. Und Nora Tschirner als hochschwangere, bösartige Job-Center-Chefin könnte man sich sogar in einer eigenen Serie vorstellen.
(Carolin Ströbele)

Die sechs Folgen von "Arthurs Gesetz" laufen ab 31. August auf EntertainTV, dem Streamingportal der Telekom.