Der Musiksender Viva hat nach mehr als 25 Jahren den Sendebetrieb eingestellt. Am Montagmittag wurde der Sender wie geplant um 14 Uhr abgeschaltet. Der Träger des Senders, das Medienunternehmen Viacom, hatte das Aus bereits im Sommer angekündigt. Viva brachte Moderatoren und Autoren wie Stefan Raab, Heike Makatsch und Charlotte Roche hervor.

Als letztes Musikvideo spielte Viva Zu geil für diese Welt von den Fantastischen Vier – den gleichen Titel, mit dem der Sender 1993 gestartet war. Zuvor lief Viva Forever von den Spice Girls. Nach dem Video wurde auf schwarzem Hintergrund die Einblendung "Viva Rest in Peace 1993-2018" gezeigt.

In einem Videoclip verabschiedeten sich Prominente wie DJ Bobo, Samy Deluxe und Udo Lindenberg von dem Sender. "Es war toll mit euch, vielen Dank für die schöne Zeit, bis bald", sagte Michi Beck, Mitglied der Fantastischen Vier, zum Abschluss.

Viva war am 1. Dezember 1993 als deutscher Gegenentwurf zum US-Musiksender MTV gestartet. MTV sitze "auf einer Insel hinter dem Ärmelkanal", sagte Viva-Gründer Dieter Gorny. "Viva sitzt in Köln, mittendrin." Vor allem in den Neunzigerjahren galt der Sender als prägend für Jugendliche in Deutschland. "Viva ist deutsche Fernsehgeschichte, weil es das deutsche Fernsehen nachhaltig verändert hat, vor allem das Jugendfernsehen", sagt Marcus S. Kleiner, Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der SRH Hochschule der populären Künste in Berlin.

"Viva war damals das, was heute YouTube ist", sagte der Komiker und frühere Viva-Moderator Oliver Pocher. Die Konkurrenz durch Internetplattformen wie Youtube bedeutete den Niedergang für den Sender. 2004 übernahm das Unternehmen Viacom, das auch den ehemaligen Konkurrenten MTV besitzt, Viva. Schon seit Längerem hatte sich Viva einen Programmplatz mit dem Kanal Comedy Central geteilt. Dessen Sendezeit wird nun auf 24 Stunden ausgeweitet.