ZDF-Intendant Thomas Bellut hält eine moderate Erhöhung des Rundfunkbeitrags für notwendig. "Klar ist, ohne eine Beitragsanpassung ist das Qualitätsniveau auf keinen Fall zu halten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur und zeigte sich dabei auch "offen und gesprächsbereit" für kommende Gespräche mit den Vertretern der Bundesländer, die über die weitere Höhe entscheiden.

Derzeit werden für den Rundfunkbeitrag 17,50 Euro pro Haushalt und Monat fällig. Der tatsächliche Beitrag liegt nach Ansicht des Intendanten aber tatsächlich bereits höher: "Weil wir aktuell die Rücklage einsetzen dürfen, die nach der Umstellung auf den Rundfunkbeitrag entstanden war, beträgt der Beitrag nach unserer Berechnung real bereits 18,35 Euro", sagte Bellut und warnte vor Qualitätseinbußen, sollte dieser "wirkliche Basiswert" unterschritten werden: "Alles darunter wäre eine klare Kürzung, die nur durch große Einsparungen im Programm erbracht werden könnte."

Grundlage des neuen Beitrags ab 2021 sind die Berechnungen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) – wiederum auf der Basis der Ansprüche von ARD, ZDF und Deutschlandfunk. Im kommenden Frühjahr werden die Sender dem Gremium erneut übermitteln, wie viel Geld sie aus ihrer Sicht für die neue Finanzierungsperiode bis 2024 brauchen. Für das ZDF kündigte sein Intendant Bellut eine "bedarfsgerechte und verantwortungsbewusste" KEF-Anmeldung an. Darin sollten einerseits die Teuerungsraten berücksichtigt und andererseits die Sparanstrengungen – etwa durch eine bessere Zusammenarbeit mit der ARD – dokumentiert werden.

Um solche mühseligen Verhandlungen in Zukunft zu umgehen, plädieren mehrere Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten für ein sogenanntes Index-Modell. Dabei wird die Höhe des Betrags an die Entwicklung der Inflationsrate gekoppelt statt wie bisher ausdiskutiert. Die Entscheidung darüber steht aus.