Golden Globes - »Er ist ein Wunder, es gibt nur einen Freddy Mercury« Der Film »Bohemian Rhapsody« über den Queen-Sänger wurde bei den Golden Globes als Bestes Filmdrama ausgezeichnet. Auch Hauptdarsteller Rami Malek bekam einen Award. © Foto: Mario Anzuoni/Reuters

Der Film Bohemian Rhapsody über den Queen-Frontmann Freddie Mercury hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Das Musikdrama setzte sich gegen Konkurrenten wie Black Panther, BlacKkKlansman, If Beale Street Could Talk und A Star Is Born durch. Der US-amerikanische Schauspieler Rami Malek gewann für seine Rolle als Freddie Mercury in dem Film zudem die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller eines Dramas. Er konnte sich gegenüber Konkurrenten wie Bradley Cooper (A Star Is Born) und John David Washington (BlacKkKlansman) behaupten.

Zweiter großer Überraschungssieger des Abends war Green Book von Regisseur Peter Farrelly. Der Film über einen schwarzen Jazzpianisten, der in den Sechzigerjahren mit seinem weißen Chauffeur durch die US-Südstaaten reist, gewann den Golden Globe als beste Filmkomödie. Mahershala Ali wurde als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

Als beste Schauspielerin in einem Drama wurde Glenn Close ausgezeichnet, sie setzte sich mit ihrer Hauptrolle in The Wife überraschend gegen Konkurrentinnen wie Lady Gaga (A Star Is Born), Nicole Kidman (Destroyer) und Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?) durch. Für die 71-Jährige ist es die dritte Globe-Auszeichnung ihrer langen Karriere. In der Kategorie Komödie gewann Olivia Colman für ihre Rolle als Queen Anne in Giorgos Lanthimos Film The Favourite – Intrigen und Irrsinn.

Der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón zählte ebenfalls zu den großen Gewinnern der Preisvergabe. Für sein von Netflix produziertes und bereits in Venedig prämiertes Werk Roma erhielt er den Preis für den besten fremdsprachigen Film. Zudem wurde Cuarón als bester Regisseur ausgezeichnet.

Für sein Lebenswerk wurde der Schauspieler Jeff Bridges ausgezeichnet. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen unter anderem The Big Lebowski und Die fabelhaften Baker Boys.

Keine Preise für Nominierte aus Deutschland

Auch die Hollywoodstars Christian Bale und Michael Douglas sicherten sich je einen der begehrten US-Filmpreise. Bale gewann in der Kategorie Komödie/Musical für seine Hauptrolle in dem Film Vice – Der zweite Mann, in dem er den früheren US-Vizepräsidenten Dick Cheney verkörpert. Douglas wurde für seinen Auftritt in der Serie The Kominsky Method geehrt, wo er einen abgehalfterten Schauspiellehrer spielt.

Als beste TV-Serie wurde die seit 2013 ausgestrahlte Agentengeschichte The Americans ausgezeichnet. Sie setzte sich gegen die als Favoriten gehandelten Killing Eve mit Sandra Oh und Homecoming mit Julia Roberts durch. Sandra Oh wurde allerdings für ihre Hauptrolle mit einem Globe geehrt. Bester männlicher Seriendarsteller wurde Richard Madden für seine Rolle als Special Agent und Beschützer der britischen Innenministerin in der BBC-Serie Bodyguard.

Die beiden deutschen Nominierten gingen leer aus. Der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck und der Schauspieler Daniel Brühl konnten sich bei der Verleihung der begehrten US-Filmpreise nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Von Donnersmarcks Film Werk ohne Autor war als bester fremdsprachiger Film nominiert gewesen. 

Brühl stand für seine Hauptrolle als Seelenarzt im späten 19. Jahrhundert in der US-Fernsehserie The Alienist – Die Einkreisung auf der Liste der Nominierten, musste aber dem US-Schauspieler Darren Criss (The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story) den Vortritt lassen. Auch in der Kategorie Miniserie/Fernsehfilm, für die Brühls Serie ebenfalls nominiert war, ging die Trophäe an The Assassination of Gianni Versace.

Die vom Verband der Auslandspresse in Hollywood vergebenen Auszeichnungen gelten allgemein als wichtiger Hinweis darauf, welche Filme bei den Ende Februar verliehenen Oscars gute Chancen haben.