Der Umweltschützer und Fernsehjournalist Horst Stern ist tot. Er starb nach Angaben seines Sohnes am vergangenen Donnerstag nahe Passau im Alter von 96 Jahren. Bereits in den Siebzigerjahren warnte Stern vor einem gedankenlosen Umgang mit der Natur. Er wurde vor allem durch seine ARD-Sendung Sterns Stunde bekannt.

Horst Stern warnte frühzeitig vor den Gefahren des Alpentourismus und vor dem Waldsterben. 1975 gründete er unter anderem mit Bernhard Grzimek den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Zuletzt lebte er zurückgezogen in Passau.

"Mit Horst Stern haben wir einen der bedeutendsten Dokumentarfilmer des Landes verloren", sagte SWR-Intendant Peter Boudgoust. Mit Sterns Stunde habe er in den Siebzigerjahren "Meilensteine des dokumentarischen Tierfilms und gleichzeitig die Grundlage für einen kritischen  Naturjournalismus" geschaffen. "Horst Stern war nicht nur ein herausragender Journalist, sondern auch ein unermüdlicher Kämpfer für Tierethik und ein ökologisches Bewusstsein."

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sagte: "Wir haben einen großen Naturschützer für Deutschland verloren, der bereits in den Siebzigerjahren durch seine Filme die Grundlage gelegt hat für die heutige Bedeutung des Natur- und Umweltschutzes."

Geboren wurde er 1922 in Stettin, dem heutigen Szczecin in Polen. Nach einer Banklehre wechselte er zum Journalismus und begann 1950 bei den Stuttgarter Nachrichten. 1984 zog sich Stern aus der aktuellen Berichterstattung zurück, machte aber als freier Schriftsteller auf sich aufmerksam, unter anderem mit Mann aus Apulien und Jagdnovelle.

In einem Interview Mitte der Neunzigerjahre äußerte er sich resigniert: Er habe seine hochgesteckten Ziele nicht erreicht. "Nichts hat sich geändert. Die Legebatterien sind nicht kleiner geworden, die Kälber stehen noch in der Dunkelbox, die Tierquälerei hat sogar zugenommen." Er habe den Menschen den Charakter ihrer Gesellschaft vorführen wollen. "Aber man hat mich unterm Strich für einen Tierfilmer gehalten."