"8 Tage"

Merkwürdigerweise brach in Deutschland keine Massenpanik aus, als am 22. Februar einige Boulevardzeitungen auf ihren Titelseiten ankündigten: "Asteroid trifft Erde" oder "8 Tage bis zum Einschlag". Die Schlagzeilen waren eine Anzeige von Sky Deutschland, um dessen neue Armageddon-Serie 8 Tage zu bewerben. Man könnte sagen: Die Werbeaktion ist ähnlich krachend gescheitert wie das beworbene Objekt.

8 Tage ist so misslungen, dass man die Serie schon fast wieder als Satire verstehen könnte. Der drohende Weltuntergang, wie ihn die Drehbuchautoren Rafael Parente, Peter Kocyla und Benjamin Seiler skizziert haben, beschränkt sich nämlich darauf, dass die Müllabfuhr nicht mehr kommt und ab und zu jemand schräg parkt. Vielleicht ist der von allgemeinem Weltschmerz, The Walking Dead und Game of Thrones gezeichnete Durchschnittsbürger aber einfach nur zu abgebrüht, um sich von einem weiteren Weltende in die Sofakissen drücken zu lassen.
(Carolin Ströbele)

Eine ausführliche Rezension zu "8 Tage" lesen Sie hier.

Die acht Episoden von "Acht Tage" laufen immer freitags um 21 Uhr auf Sky. Alle Folgen sind auch sofort auf Abruf und auf Sky Ticket zu sehen.

"Love, Death & Robots"

Diese Serie sollte das animierte Black Mirror von Netflix werden. CGI- und Zeichentrickstudios aus der ganzen Welt lieferten Geschichten über Technologieentfremdung und das Ende der Menschheit, als ausführende Produzenten hielten David Fincher und der Deadpool-Regisseur Tim Miller die Fäden in der Hand. Ein erster Trailer warnte davor, dass Love, Death & Robots nur für "gestörte Zuschauer" geeignet sei. Man sah viel nackte Computerhaut und noch mehr herumspritzendes Computerblut. Doch was am Ende der ersten Staffel hängen bleibt, ist ein gottverdammter Joghurtbecher.

Love, Death & Robots besteht aus 18 kurzen bis sehr kurzen Folgen, mal betont altmodisch als Cartoon inszeniert, dann als täuschend echte Demonstration heutiger CGI-Möglichkeiten. In der kürzesten und besten dieser Folgen übernimmt der erwähnte Joghurtbecher die Weltherrschaft – was völlig logisch erscheint, weil alle anderen Menschen, Maschinen, Aliens und Ungeheuer, die das Netflix-Projekt bevölkern, viel zu sehr mit schlechtem Sex, holzhämmernder Zeitdiagnostik und albernen Taffer-Typ-Sprüchen beschäftigt sind. Der Versuch, mit den Konventionen und Erwartungen des heutigen Serienfernsehens zu brechen, ist ehrenwert. Die Umsetzung erinnert jedoch an ein Videospiel, das nicht halb so edgy ist, wie es sich selbst findet.
(Daniel Gerhardt)

Die 18 Folgen von "Love, Death & Robots" laufen ab dem 15. März auf Netflix.

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