Verfassungsschützer, die sich wehren: Mechthild Dombrowski (Gudrun Landgrebe) und Paul Horner (Uke Bosse) in der ZDF-Serie "In bester Verfassung"

"In bester Verfassung"

Zwei Verfassungsschützer wollen die Schließung ihrer verschlafenen Dienststelle verhindern und erfinden eine islamistische Terrorzelle. Die Grundidee der ZDF-Web- und TV-Serie In bester Verfassung ist eigentlich wunderbar absurd. Die beiden Beamten Mechthild Dombrowski (Gudrun Landgrebe) und Paul Horner (Uke Bosse) führen in dem Dorf Niederlützel in Nordrhein-Westfalen ein entspanntes, ereignisloses Leben und lassen ab 14 Uhr den Stift fallen. Doch dann kommt der zackige Kollege Matthias Frings (Fabian Siegismund, der auch das Drehbuch mit verfasste) und überbringt die Hiobsbotschaft: Die Filiale soll geschlossen, die beiden Mitarbeiter nach Rostock versetzt werden. Daraufhin drehen die abgebrühte Mechthild und ihr trotteliger Kollege Paul im Keller des Verfassungsschutzbüros ein Video, in dem sie, verkleidet als islamistische Terroristen, zum Kampf gegen den örtlichen Schweinefarmbetreiber aufrufen. Das gerät natürlich aus den Fugen – Auftritt besorgte Bürger, rechtspopulistische Agitatoren und lautes Mediengeorgel.

Streckenweise wirkt das durchaus komisch, zumindest in dem 64-minütigen Zusammenschnitt, der vorab zu sehen war (in der Mediathek und auf YouTube ist eine längere Version in acht Episoden zu sehen). Die Serie lebt vor allem von der Dynamik zwischen den Figuren Mechthild, von Gudrun Landgrebe mit großer Lust am Anarchischen gespielt, und den beiden tumben bzw. hyperehrgeizigen Kollegen Paul und Matthias. Im weiteren Verlauf pressen die Serienmacher aber eindeutig zu viel Botschaft in die Geschichte: Er wolle warnen vor der "Gefahr, der wir uns in Zeiten von alternativen Fakten, rechtspopulistischen Parteien und gefühlten Wahrheiten, die über soziale Netzwerke verbreitet werden, gegenübersehen", schreibt der Autor und Regisseur Joseph Bolz. Der Serie hätte es besser getan, hätte man sie ihrem anfänglichen unkontrollierten Furor überlassen.
(Carolin Ströbele) 

"In bester Verfassung" ist als achtteilige Serie ab 6. Juni in der ZDFmediathek und auf YouTube abrufbar und als Zusammenschnitt am 17. Juni um 23.55 Uhr im ZDF zu sehen.

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