"Big Little Lies 2"

Gute Serien lassen sich in einem Satz beschreiben, sagt man. Bei Big Little Lies lautet dieser Satz: Frauen rasten aus. Die Mütter im wohlhabenden kalifornischen Küstenörtchen Monterey taten vor zwei Jahren genau das. Die erste Staffel der Serie war so perfekt choreografiert und so überzeugend von Hollywoods Diven-Riege Kidman/Dern/Witherspoon gespielt, dass sie sowohl Ästheten als auch weniger anspruchsvolle Bingerinnen überzeugte. Am Ende stürzte Perry (Alexander Skarsgård), der prügelnde Ehemann von Nicole Kidman, zu Tode. In der Fortsetzung müssen die "Monterey Five" nun mit der Lüge leben, die sie um Perrys Tod gesponnen haben.

Die Kritik an der Serie, nämlich dass sie ausschließlich das Leben eines sehr kleinen Kreises extrem reicher weißer Oberschichtladies beleuchte, hat der Showrunner David E. Kelley offenbar ernst genommen. Im zweiten Teil (das klingt in den drei vorab gezeigten Folgen an) geht es deutlich mehr um soziale Unterschiede, Hautfarben und darum, aus welcher Gesellschaftsschicht die Protagonistinnen kommen. Regie führt diesmal die Britin Andrea Arnold, deren Filme wie American Honey vor allem von der punktgenauen Beobachtung sozialer Außenseiter getragen werden.

Sehenswert ist die Fortsetzung allein schon wegen der atemberaubenden Meryl Streep. Sie spielt Perrys nachforschende Mutter mit einer solch kontrollierten, mundwinkelzuckenden Bösartigkeit, dass dagegen die Intrigen der anderen Damen zu Artigkeiten verblassen.
(Carolin Ströbele)

Die zweite Staffel von "Big Little Lies" läuft parallel zum US-Start auf HBO in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni auf Sky Ticket, Sky Go und auf Abruf; ab 10. Juni auch auf Sky Atlantic.