Wie verfilmt man Fußnoten*?

*Fußnote** Die aus eigentlich vollkommen irrelevanten Informationen bestehen, die die Autoren aber trotzdem für wichtig hielten. Vor allem, weil sie sie einfach lustig fanden.

**Fußnote zur Fußnote: Im Fall von Terry Pratchett und Neil Gaiman sind sie es.

Wie verfilmt man Anspielungen auf die Menschheit im Allgemeinen und die vielen kleinen Schwächen menschlicher Individuen im Besonderen? Wie also verfilmt man Romane von Terry Pratchett? Die Antwort lautet: Gar nicht. Pratchetts Bücher sind nahezu unverfilmbar, weil sie so viel mehr sind als ihre Handlung. Sie sind eher eine Sammlung philosophischer und dabei oft wahnsinnig lustiger Betrachtungen eines sehr schlauen und freundlich-zynischen Menschen mit sehr trockenem Humor. Sie wollen unterhalten, aber immer auch deutlich machen, was aus Sicht des 2015 verstorbenen Schriftstellers in der Gesellschaft so alles schief läuft.

Das gilt selbstverständlich auch für das Buch Good Omens, das Pratchett und sein Freund Neil Gaiman 1990 gemeinsam veröffentlichten. Pratchett war nie ein großer Fan der Idee, seine Werke verfilmen zu lassen. Er hielt nicht viel von Filmemachern im Allgemeinen und von Hollywood im Besonderen. Filmleute hätten ihm immer versprochen, ihn reich zu machen, sagte er einmal. "Ich muss dann betonen, dass ich schon reich bin – können sie mich glücklich machen?"

Bei Good Omens machte Pratchett eine Ausnahme. Zusammen mit Gaiman plante er eine Verfilmung, ein Dutzend Mal wurden Projekte angefangen, sogar ein Drehbuch gab es, geschrieben von Terry Gilliam. Doch es wurde nie etwas daraus. Neil Gaiman (der seit American Gods serienerprobt ist) hat es nun endlich vollbracht – mit dem posthum erteilten Segen Pratchetts, der ihm einen entsprechenden Brief hinterließ. Nach Gaimans Idee und Drehbuch haben Amazon Prime und die BBC aus Good Omens eine sechsteilige Miniserie produziert.

Engel und Dämon fürchten die Ewigkeit

Wie im Buch geht es auch in der Serienadaption um den Kampf von Gut gegen Böse, Himmel gegen Hölle und das Armageddon, das am kommenden Samstag beginnen soll. Und wie im Buch versuchen der Dämon Crowley (natürlich in Anspielung auf den britischen Okkultisten Aleister Crowley) und der Engel Aziraphale (weil der Name so schön nach Engeln klang), dieses Armageddon irgendwie zu verhindern. Gemeinsam.

Die beiden sind als artige Vertreter ihrer Seite selbstverständlich für den letzten aller Kämpfe und hoffen auf den Sieg ihrer jeweiligen Fraktion. Gleichzeitig haben sie aber auch die vergangenen Jahrtausende unter diesen seltsamen Menschen verbracht und Freude am irdischen Leben gewonnen. Weswegen sie die Langeweile der Ewigkeit fürchten und den letzten Kampf gern noch ein wenig aufschieben würden. Zur Not sogar, indem sie heimlich zusammenarbeiten.

Das fällt ihnen umso schwerer, als der den Untergang einleitende Antichrist als Baby versehentlich vertauscht wurde und alle erst einmal herausfinden müssen, wer die Welt nun eigentlich wo zu ihrem Ende bringen soll.