Verlieren Sie langsam den Durchblick zwischen all den horizontalen und vertikalen Serien auf Netflix, Amazon, Sky und im Free-TV? Oder sind Sie einfach nur auf der Suche nach gutem Fernsehen, wollen womöglich sogar gepflegtes Binge-Watching betreiben? In unserer Serienkolumne besprechen wir die interessantesten Neustarts des Monats.

"Stranger Things 3"

Natürlich könnte man jetzt fragen, was in der neusten Staffel von Stranger Things das größere Problem ist: ein überdimensionales Schleimmonster, Hunderte Sowjetagenten oder der Einkaufszentrumskapitalismus, der auch seine Verwüstung in der Kleinstadt Hawkins in Indiana hinterlässt. Möglicherweise aber ist es sogar die Pubertät, die nun in der Kinderclique heraufdämmert und sie bisweilen in Katastrophen stürzt, für die gar kein Tor in eine andere Welt nötig ist. Der wahre Demogorgon sind die Hormone.

Die Regisseure und Autoren Matt und Ross Duffer sind in der dritten Staffel ihrem liebenden Blick auf die Zeit der aufgeschlagenen Knie und allmählich gebrochenen Herzen sehr, sehr, wirklich sehr treu geblieben. Und wieder stellen sie ein perfektes Achtzigerjahredekor auf, räumen ein paar Dutzend Filmzitate hinein und lassen einen sorgsam kuratierten Soundtrack laufen – auch wenn die Staffel 3 gelegentlich ein wenig gewollt, ein bisschen übertrieben mit Memorabilia ausstaffiert wirkt und darob bisweilen die Subtilität und auch der Zauber der vorigen Folgen etwas verloren gehen. Allerdings sind die Höhepunkte auch dieser Staffel wieder erinnerungswürdig, egal ob einem die John-Carpenter-Referenzen und die Stephen-King-Anleihen drumherum zu aufdringlich sind. Außerdem, Wunsch für Staffel 4, möchte man Dustin, der ja der heimliche Star dieser Serie ist, gerne öfter singen hören.
(David Hugendick)

Eine ausführliche Rezension der dritten Staffel von "Stranger Things" lesen Sie hier.

Alle drei Staffeln der Serie sind auf Netflix abrufbar.