"Better Things"

Pamela Adlon ist die Rettung. Das gilt vor allem in ihrer autobiografisch geprägten Fernsehserie Better Things. Als Schauspielerin, alleinerziehende Mutter von drei Töchtern und allgemeine Überlebenskünstlerin bewegte sich Adlons Alter Ego Sam Fox über die Schlachtfelder des spätpubertären Miteinanders. Ob sie an Filmsets oder in Elterngesprächen explodiert, in Drogerieplünderungen hineingerät oder harte Wahrheiten auf der Sitzbank eines Pick-up-Trucks ausspricht – stets findet Adlon beziehungsweise Sam das richtige Maß zwischen Nervenstärke, Sarkasmus und heilsamer Resignation. 

Die dritte Staffel der FX-Show beweist nun, dass Pamela Adlon nicht nur die Rettung in Better Things, sondern vor allem für Better Things ist. Als neuerdings weitgehend alleinverantwortliche Autorin, Produzentin und Regisseurin der Serie (der Mitautor Louis C.K. ist raus) erweitert sie den Alltag ihrer Protagonistinnen um klassische Elemente aus Seifenoper und Sitcom. Die einsetzende Verkalkung von Sams Mutter Phyllis (Celia Imrie) lässt sich nicht länger als Exzentrik abtun. Das College-Abenteuer der ältesten Tochter Max (Mikey Madison) endet schon vor den Spring-Break-Ferien. Die Betrogenen und Sitzengelassenen kreuzen mit neuem Anhang und Konfliktpotenzial auf.

Meistens sind solche Entwicklungen klassische Handlungsbeschleuniger. Die neuen Folgen von Better Things zeigen stattdessen, wie der Serienalltag um diese Beschleuniger herum einfach weitergeht. Adlon interessiert sich nicht für vermeintliche Großereignisse und deren ebenfalls vermeintliche Symbolträchtigkeit. Wenn Sams Kinder eine Party schmeißen, kommt die Party gar nicht vor – weil schon die Vorverhandlungen und Nachbesprechungen zwischen Mutter und Töchtern alles erzählen, was es über die Feier zu wissen gibt. Das wahre Leben funktioniert so, will Adlon vielleicht sagen. Auf wahre Komik trifft es in jedem Fall zu.
(Daniel Gerhardt)

Die dritte Staffel von "Better Things" läuft auf MagentaTV, dem Streamingportal der Deutschen Telekom.