Donn Alan Pennebaker kann man als Pionier des Konzertfilms bezeichnen. Seine Dokumentation Don't look back über die England-Tournee des damals gerade berühmt gewordenen Bob Dylan 1965 war weit mehr als ein Abfilmen von Bühnenauftritten. D.A. Pennebaker richtete seine Kamera auf das, was backstage geschah, sein Film zeigt Dylan während Interviews mit Journalisten, mit Fans und wie er mit seiner damaligen Lebensgefährtin Joan Baez gemeinsam in einem Hotelzimmer singt. Mit seinem Stil, mit Handkamera und Originalton zu filmen, führte er das französische cinéma vérité in die US-amerikanische Popkultur ein.

Vielen Filmexpertinnen und -experten gilt Don't look back als bester Dokumentarfilm überhaupt. In jedem Fall hat er Maßstäbe für viele andere gesetzt und den Begriff der Rockumentary geprägt, der Dokumentation von Konzerten und Musikern. 2013 wurde der amerikanische Regisseur für sein Lebenswerk mit einem Ehrenoscar ausgezeichnet – als erster Dokumentarfilmer überhaupt. Wie sein Sohn Frazer Pennebaker dem The Hollywood Reporter bestätigte, starb D. A. Pennebaker am Donnerstag auf Long Island. Er wurde 94 Jahre alt.

Geboren wurde Pennebaker am 15. Juli 1925 in einem Vorort von Chicago, er diente in der US-Navy und schloss ein Ingenieursstudium in Yale ab. Er entschied sich jedoch gegen einen Beruf als Ingenieur und drehte 1953 stattdessen seinen ersten Kurzfilm Daybreak Express. In dem Fünfminüter zeigt er die Fahrt der New Yorker Third Avenue Line – untermalt von Duke Ellingtons Daybreak Express.

1959 schloss sich Pennebaker mit Robert Leacock, Albert Maysles, Terry Filgate und Robert Drew zu der Produktionsgesellschaft Drew Associates zusammen. Anfang der Sechzigerjahre entwickelten Pennebaker und Leacock eine tragbare 16mm-Kamera, die sie in ihren Filmen einsetzten. Durch ihre Dokumentation Lambert & Co. über den Jazzsänger David Lambert erzielten sie auch jenseits der USA Aufmerksamkeit – unter anderem die von Bob Dylans Manager Albert Grossman, der Pennebaker daraufhin für die Englandtour des Sängers engagierte.

Rockstars und Politiker zählten ab diesem Zeitpunkt zu Pennebakers Lieblingssujets, auch wenn er nach eigenen Angaben die Bands gar nicht immer kannte, über die er drehte. In seinen mehr als 50 Filmen begleitete er unter anderem Alice Cooper, Little Richards, John Lennon, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jerry Lee Lewis und Depeche Mode. In den Sechzigerjahren drehte er Kurzfilme über Robert Kennedy und Franz-Josef Strauß. Seine Dokumentation War Room, in der er 1992 die Strategien des Wahlkampfteams von Bill Clinton beobachtete, wurde für einen Oscar nominiert.