"Raising Dion"

Nicole Reese (Alisha Wainwright) hat ihren Job verloren, betrauert ihren verstorbenen Mann (Michael B. Jordan, bekannt aus Black Panther) und muss sich zudem um ihren überdrehten Sohn Dion (Ja'Siah Young) kümmern. Der fängt plötzlich an, sein Spielzeug via Telekinese schweben zu lassen und sich auch selbst durch die Gegend zu teleportieren. Weicht Nicole also nicht gerade Fluggeschossen in Form von Spielzeugraumschiffen aus, sucht sie ihren asthmakranken Sohn, der sich hin und wieder ohne Inhalator wegbeamt.

Die auf einem Comic von Dennis Liu basierende Netflix-Serie Raising Dion fügt dem Superheldengenre eine neue Komponente hinzu: das Familiendrama. Denn die Superkräfte stellen zunächst vor allem eine Gefahr für den Jungen und seine Mitschüler dar. Weil Nicole ihren Sohn anfänglich rund um die Uhr betreuen muss, kann sie keinen Job annehmen, hat keine Krankenversicherung und kein Geld für die Miete. Ganztagsbetreuung für Superhelden gibt es schließlich nicht.

Das Drehbuch stammt von Carol Barbee, die mit Touch, einer Serie über einen alleinerziehenden Vater mit autistischem Sohn, bereits ein ähnliches Thema behandelt hat. Auch bei Raising Dion schafft sie es, die Probleme Alleinerziehender in einem eher ungewöhnlichen Kontext glaubwürdig darzustellen. Denn so seltsam Nicoles Umstände auch sind, letztendlich muss sie ihren Alltag bewältigen wie jede andere. Und dazu gehört auch, seinem kleinen Superhelden zu erklären, was richtig und falsch ist.
(Tim Kröplin)

Die neun Folgen von "Raising Dion" sind ab 4. Oktober auf Netflix abrufbar.