Die dänisch-französische Schauspielerin Anna Karina ist tot. Das teilte Karinas Manager auf Facebook mit. Die Schauspielerin erlag demnach im Alter von 79 Jahren den Folgen einer Krebserkrankung.

Mit ihrer Ponyfrisur, ihrem blassen Teint und ihren großen blauen Augen galt Karina als eine Ikone der Nouvelle Vague. Bekannt wurde sie durch einige Filme, die sie in den Sechzigerjahren mit Jean-Luc Godard drehte, darunter Eine Frau ist eine Frau und Elf Uhr nachts. Mit Godard war Karina zeitweise auch verheiratet, 1961 erhielt sie in Berlin den Silbernen Bären als beste Schauspielerin.

Die Schauspielerin arbeitete außerdem unter anderen mit Jacques Rivette und Rainer Werner Fassbinder. Rivette holte sie für seinen Film Die Nonne gemeinsam mit Liselotte Pulver vor die Kamera, Luchino Visconti für Der Fremde mit Marcello Mastroianni, und Fassbinder drehte mit ihr Chinesisches Roulette.

"Ihr Blick war jener der Nouvelle Vague. Er wird es immer bleiben", schrieb der französische Kulturminister Franck Riester auf Twitter. Das französische Kino habe eine seiner Legenden verloren.

Godard entdeckte Karina in Werbespot

Karina wurde am 22. September 1940 nahe dem dänischen Aarhus als Hanne Karin Bayer geboren. Sie lebte teilweise in einer Pflegefamilie und arbeitete bereits als Jugendliche als Mannequin. Mit 17 Jahren ging sie nach Paris, wo sie unter anderem für die Modeschöpfer Coco Chanel und Pierre Cardin Model war und für Werbung posierte.

Godard entdeckte Karina in einem ihrer Werbespots, in dem sie in einer Badewanne saß, bedeckt von Seifenschaum. Er bot ihr daraufhin in seinem ersten Spielfilm Außer Atem eine Nebenrolle an, die sie jedoch wegen einer Nacktszene ablehnte. Als Godard erwiderte, dass sie doch auch in der Werbung für Palmolive nackt gewesen sei, rückte Karina ihm den Kopf zurecht, wie sie 2016 in einem Vogue-Interview erzählte. Sie habe ihm gesagt: "Ich war da doch gar nicht nackt - nur in Ihrer Fantasie. Da war vor lauter Schaum nur ein bisschen von meiner Schulter zu sehen. Und ich trug einen Badeanzug!" Die Rolle in Godards zweitem abendfüllenden Film Der kleine Soldat nahm sie dann an. Ein Jahr später, im März 1961, gaben sich beide das Jawort.