Der Potsdamer Platz 2006: Der neu gestaltete Streifen der Potsdamer Straße zwischen dem Sony-Center und dem Areal DaimerlChrysler, im Hintergrund stehen der Bahntower und das Kollhoff-Hochhaus

Piano: Ach, was für eine grausame Frage! Anders als ein Schriftsteller oder ein Komponist kann ein Architekt das, was er einmal geschaffen hat, nicht mehr verändern. Immer wenn ich nach Berlin zurückkehre, fülle ich mein Notizbuch mit Anmerkungen und neuen Einfällen. In der Zwischenzeit habe ich so viel Neues erlebt, dass ich hier am liebsten wieder ganz von vorn beginnen würde. An anderen Stellen entsteht Berlin indes immer wieder neu, ganz wie Die unsichtbaren Städte, die Italo Calvino beschreibt. Nur tote Museumsstädte bleiben so, wie sie sind. Berlin hat eine natürliche Unvollkommenheit und lebt von seinen inneren Widersprüchen.

Das Gespräch führte Corina Kolbe.