Sechs Jahre lang - von 1981 bis 1987 - studierte Andreas Gursky an der Düsseldorfer Kunstakademie. Er war Meisterschüler des Fotografen Bernd Becher. Von ihm lernte er den Umgang mit Kamera und Licht und vor allem die Wirkung der Becherschen Sachlichkeit. Heute ist Andreas Gursky sicherlich einer der erfolgreichsten Ehemaligen der Düsseldorfer Kunstakademie, einer aus der Nachfolgegeneration der beiden berühmten Bechers, Hilla und Bernd, die der Fotografie endgültig einen Platz in der Kunst gesichert haben.

Fotografie wird seitdem auf denselben Märkten verhandelt wie Gemaltes. Die Preise, die Gursky für seine äußerst perfekt zusammengestellten Aufnahmen erzielt, sind hoch. 2001 wurde er zum teuersten zeitgenössischen Fotografen gekürt, nachdem ihn das Moma in New York eine Retrospektive gewidmet und ihn als bedeutendsten Fotokünstler ausgewiesen hatte. Kunsthallen und Museen wie in den vergangenen Jahren in Frankfurt und München zeigen seine Werkeund feiern damit große Publikumserfolge war.

Bis Juni war der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz Leiter der Akadmie in Düsseldorf. Er jedoch, selbst einer der Granden der deutschen Kunstszene, wurde nie recht warm mit der Fotokunst, zumindest wollte er keine zweite Professur für das Fach einrichten, das seit zwei Jahren kompetent mit Christopher Williams besetzt ist. Gursky und Lüpertz stritten sich. Nun ist Lüpertz nicht mehr Rektor einer der wichtigsten und freiheitlichsten Kunstschulen Deutschlands, und Andreas Gursky kann endlich dort lehren, wo die Fotografie so wichtige Impulse erfahren hat.

Am Mittwoch bestätigte der Rektor der Akademie, Tony Cragg, dem Künstler eine auf zwei Jahre befristete Professur angetragen zu haben. Gursky hat akzeptiert und kann nun zeigen, dass er nicht nur fotografieren, sondern diese Kunst auch vermitteln kann. Die Studierenden der Fotokunst wird das sehr freuen.