Die Sicherheitslücke im Pariser Museum für Moderne Kunst, aus dem vor einer Woche fünf Meisterwerke im Wert von rund hundert Millionen Euro gestohlen worden waren, ist einem Gutachterbericht von 2007 zufolge kein Einzelfall. Die Museen im Besitz der französischen Hauptstadt seien vollkommen ungenügend gesichert, berichtete die Tageszeitung Le Parisien am Freitag unter Berufung auf das bisher unveröffentlichte Gutachten. Seinerzeit habe die von Bürgermeister Bertrand Delanoë beauftragte Aufsichtsbehörde unter anderem festgestellt, dass die Sicherheitsvorkehrungen in den 14 begutachteten Museen mangelhaft seien und es "nicht ausreichend Personal" gäbe, um die Tausenden Kunstwerke zu schützen.

Seitdem habe sich nicht viel getan, bilanzierte die Behörde in einem Folgebericht im November vergangenen Jahres. Immer noch sei eine Videoüberwachung "praktisch nicht existent", manche Museen hätten zum Schein lediglich Kamera-Attrappen aufgehängt. "Der Großteil der Gemälde ist nur mit einem Draht oder einer Schnur befestigt", die es einem möglichen Dieb etwas schwieriger machen sollten, zitierte Le Parisien aus dem Bericht. Außenfenster seien teils nicht gegen Einbruch gesichert; die Schlüssel würden bisweilen einfach unter den Mitarbeitern herumgereicht. Die Brandschutzvorrichtungen seien fast in allen Museen immer noch "veraltet und nicht vorschriftsmäßig", stellten die Gutachter fest. "Es scheint, dass die Arbeit an der Sicherheit keine Priorität darstellt."

Vergangene Woche waren Kunstdiebe nachts in das Museum für Moderne Kunst in der Nähe des Eiffelturms eingedrungen und hatten fünf Werke von Pablo Picasso und anderen Meistern entwendet. Sie mussten lediglich ein Fenster einschlagen und ein Vorhängeschloss knacken, um in die Ausstellungsräume zu gelangen und sich zu bedienen – keine Alarmanlage schlug an, keine Kamera filmte die Tat innerhalb des Gebäudes. Von den Bildern und den Dieben fehlt jede Spur.