In diesem Jahr erhält William Kentridge den renommierten Kyoto-Preis für die Erschaffung einer eigenen ursprünglichen Kunst und für den gelungenen Versuch, traditionelle Zeichnungen mit Animation und anderen Medien zu mischen. Das gaben die Organisatoren bekannt.

Der südafrikanische Künstler ist für seine Vielseitigkeit bekannt. In den achtziger Jahren begann er mit der Produktion seiner besonderen Animationsfilme, in denen er die Geschichte und die sozialen Umstände Südafrikas reflektiert. Er bedient sich dabei einer simplen Technik: Kentridge zeichnet jedes Einzelbild seiner Produktionen von Hand mit Kohle oder Pastellfarben. Aus unzähligen solcher Einzelbilder, die sich jeweils nur minimal vom vorherigen unterscheiden, setzen sich dann seine bewegten Werke zusammen. 1993 und 2005 nahm er mit solchen Animationsfilmen an der Kunst-Biennale in Venedig, 1997 und 2002 an der Documenta in Kassel teil.

Der Kyoto-Preis gilt neben dem Nobelpreis als eine der weltweit höchsten Auszeichnungen für das Lebenswerk herausragender Persönlichkeiten in Kultur und Wissenschaft. Der mit jeweils 50 Millionen Yen (rund 450.000 Euro) dotierte Preis wird alljährlich durch die Inamori-Stiftung vergeben. Sie wurde 1984 von Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologiekonzerns Kyocera, ins Leben gerufen.

Die Preisverleihung findet am 10. November in Kyoto statt.