Im November hat sich Paris den Ehrgeiz, "Welthauptstadt der Fotografie" zu sein, auf die Fahnen geschrieben. So wollen es zumindest die Veranstalter der 14. Ausgabe der Paris Photo. Zur Pariser Fotografiemesse, die vom 18. bis 21. November im Carrousel du Louvre stattfindet, werden 103 Aussteller – 90 Galerien und 13 Verlage – aus 25 Ländern erwartet. Neben 19 französischen Galerien haben sich unter anderem 16 Händler aus den Vereinigten Staaten und acht aus Deutschland angemeldet.

Wie es mittlerweile bei nahezu allen Kunstmessen üblich ist, werden auch hier die Synergien mit artverwandten kulturellen Ereignissen genutzt. Paris feiert im November den 30. Jahrestag des "Mois de la Photo", des alle zwei Jahre stattfindenden Fotomonats, der traditionell eine Fülle hochkarätiger Museumsausstellungen bietet.

Guillaume Piens, im letzten Jahr vom künstlerischen Leiter zum Generalkommissar der Messe aufgestiegen, legt großen Wert auf das Gleichgewicht zwischen alter, moderner und zeitgenössischer Fotografie und die Kontinuität zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Frühe Zeugnisse der Fotokunst wie die Kalotypien, denen die Bibliothèque Nationale die Ausstellung Des Primitifs de la photographie. Le calotype en France (1843-1860) widmet, sind bei Hans P. Kraus Jr. aus New York mit Werken von Henri Courmont oder bei Daniel Blau aus München zu finden, der einen von anonymer Hand aufgenommenen weiblichen Akt von 1860 und ein Porträt um 1855 (Abb.) mitbringt.

Das Thema der diesjährigen Messe, Europe Centrale, rückt die historischen "Vintage"-Aufnahmen der 1920er und 1930er Jahre in den Mittelpunkt. Einen Vintage-Print einer Landschaft (1930) von August Sander bringt Priska Pasquer aus Köln mit nach Paris.

Der Wiener Kunsthändler Johannes Faber zeigt neben Fotografien von Rudolf Koppitz und Heinrich Kühn auch Werke tschechischer Künstler wie Josef Sudek aus Prag. Budapest und Prag, aber auch Warschau, Bratislawa oder Ljubljana brachten in den 1920er Jahren eine Avantgarde der Fotografie hervor.