Die Berliner Museen überdenken die Pläne für einen Umzug der Sammlung Alter Meister auf die Museumsinsel. In einer Machbarkeitsstudie solle unter anderem geprüft werden, ob die großen Werke der Malerei doch in der Gemäldegalerie am Potsdamer Platz bleiben können, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit. Dabei könnte ein zusätzlicher Neubau für die Moderne mit der Sammlung Pietzsch und Teilen der Neuen Nationalgalerie am Kulturforum entstehen. Denkbar wäre auch, die Kunst des 20. Jahrhunderts in anderen Gebäuden der Preußenstiftung unterzubringen.

Die Umzugspläne waren unter anderem von Kunsthistorikern heftig kritisiert worden. Sie befürchteten, dass die Alten Meister, darunter Rembrandt und Botticelli, im Depot verschwinden, bis für sie ein Neubau neben dem Bode-Museum entsteht.

Die Stiftung hält aber dennoch die bekannten Pläne für eine überzeugende Lösung: Dann würden die Alten Meister auf die Museumsinsel verlagert und die Gemäldegalerie zu einem Museum für das 20. Jahrhundert hergerichtet werden.

Ein Erweiterungsbau gegenüber dem Bode-Museum

Die Studie vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung soll bis zum Frühjahr 2013 vorliegen und Grundlage für weitere Entscheidungen sein. Geprüft werden soll auch, ob ein Erweiterungsbau für die Alten Meister gegenüber dem Bode-Museum auf der Museumsinsel entstehen soll und dabei die Gemäldegalerie zu einem Museum des 20. Jahrhunderts umgebaut wird. Auch Zwischenlösungen seien denkbar.

Das Sammlerehepaar Ulla und Heiner Pietzsch hat dem Land Berlin seine auf 150 Millionen Euro geschätzte Sammlung mit Werken surrealistischer Kunst unter der Bedingung zugesagt, dass sie dauerhaft gezeigt wird. Für eine Umwandlung der Gemäldegalerie hatte der Bund zehn Millionen Euro zugesagt.

Die Gemäldegalerie beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen der europäischen Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Das Gebäude am Kulturforum wurde eigens für die Bestände gebaut.