Nach dem spektakulären Kunstraub aus der Rotterdamer Kunsthalle stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: War der Schutz des Museums ausreichend? Und: Was werden die Diebe mit ihrer Beute machen?

Gegen den Vorwurf des mangelhaften Schutzes der Gemälde mussten sich die Verantwortlichen bereits wenige Stunden nach dem Raub wehren. Die Kunsthalle wird nachts nur durch Überwachungskameras und eine Alarmanlage gesichert – völlig unzureichend, sagten Sicherheitsexperten im niederländischen Fernsehen. Von einer gut geplanten, präzisen Aktion sprachen hingegen die Rotterdamer Polizei und die Direktorin der Kunsthalle, Emily Ansenk.

"Die Diebe wussten verdammt gut, was sie von den Wänden nahmen," sagte Ansenk im niederländischen Radio. Sie wies die Kritik am Sicherheitskonzept des Museums zurück: In Absprache mit den Versicherungen habe man sich für den technischen Schutz entschieden. Die Sicherheitssysteme seien automatisiert und bedürften keiner Wachleute, bekräftigte auch der Vorsitzende des Museums, Willem van Hassel.

Die Polizei rief über die Medien Zeugen auf, sich zu melden. Bislang seien 15 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, darunter vier "sehr brauchbare". Gleichzeitig würden die Video-Aufzeichnungen ausgewertet, sagte eine Sprecherin.

Doch in vielerlei Hinsicht tappen die Ermittler noch im Dunkeln. Bislang wissen sie nur, dass die Diebe zwischen drei und vier Uhr nachts über die Rückseite des Gebäudes in die Kunsthalle eindringen konnten. Dabei sei auch ein Alarm ausgelöst worden, die Polizei war nach eigenen Angaben schon nach wenigen Minuten vor Ort. Dennoch konnten die Diebe entkommen.

Die Bilder gelten als unverkäuflich

Die sieben gestohlenen Werke, die einen potenziellen Wert von mehreren Millionen Euro haben, sind weltberühmt und gelten als unverkäuflich. Es handelt sich um Pablo Picassos Tête d'Arlequin (1971), Claude Monets Waterloo Bridge, London (1901) und Charing Cross Bridge, London , Henri Matisses La Liseuse en Blanc et Jaune (1919), Paul Gauguins Girl in Front of Open Window (1898), Meyer de Haan's Self-Portrait (um 1890) sowie Lucian Freuds Woman with Eyes Closed (2002).