Der zu den bekanntesten Fotografen der Bonner Republik zählende Josef Heinrich "Jupp" Darchinger ist tot. Darchinger starb im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Bonn. Dies teilte sein Sohn Marc mit. Als Starfotograf der Bonner Republik hielt Darchinger mit seiner Kamera die Geschichte der Bundesrepublik fest. Darchinger fotografierte auch für DIE ZEIT und das Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Darchinger wurde am 6. August 1925 geboren und starb nun kurz vor seinem 88. Geburtstag. Der ursprünglich zum Landwirt ausgebildete Bonner machte nach dem Zweiten Weltkrieg eine Ausbildung zum Fotolaboranten und nannte sich ab 1952 Fotojournalist. Diese Berufsbezeichnung erfand er selbst, da er sich wegen seiner fehlenden Ausbildung nicht Fotograf nennen durfte. Seine Laufbahn begann er damals mit der Dokumentation der Beisetzung des verstorbenen SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher.

Im Laufe seiner Karriere fotografierte Darchinger in der Politik alle nationalen und internationalen Akteure. Sowjetführer Leonid Breschnew dirigierte er so lange, bis er ihn in Moskau in der richtigen Position hatte. Dem Schah von Persien sagte er frei von jeglicher Demut: "Jetzt will ich einmal Zähnchen sehen, Majestät." Zu seinen Motiven zählten alle Bundeskanzler mit Bonner Amtssitz.

Mit dem Regierungsumzug nach Berlin beendete Darchinger 1999 die politische Fotografie. Vor wenigen Jahren veröffentlichte er noch einen Bildband zum Wirtschaftswunder. Sein 1,6 Millionen Negative und Zehntausende Abzüge, Dias und Daten umfassendes Archiv überließ der Sozialdemokrat der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.