Cornelius Gurlitt hätte Teile des Münchner Kunstfundes bereits im Frühjahr zurückerhalten sollen. Wie der Augsburger Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz der Süddeutschen Zeitung sagte, hat er den Kunsthändlersohn  bereits im Januar angeschrieben. Dieser habe dann Ostern als Termin vorgeschlagen. Doch sei die Rückgabe gescheitert, weil weitere Versuche, den Sammler zu erreichen, fehlgeschlagen seien, sagte Nemetz.

Die Staatsanwaltschaft will Gurlitt nun möglichst bald 310 seiner  Bilder zurückgeben. Diese seien zweifelsfrei dessen Eigentum, hatte Nemetz der Zeitung zuvor gesagt. 

Wie die Übergabe dieses Mal praktisch ablaufen soll und wo Gurlitt seine Bilder künftig lagern könnte, ist offen. Ein Sprecher des bayerischen Justizministeriums konnte über die Rückgabe-Pläne keine Auskunft geben.

Unterdessen wurden weitere Werke aus dem Kunstfund ins Internet gestellt. Die Staatsanwaltschaft habe zahlreiche Grafiken unter anderem von Edvard Munch und Max Liebermann in die Magdeburger Datenbank www.lostart.de gestellt, teilte das Büro von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) in Berlin mit.

Steuerfahnder und Staatsanwälte hatten die etwa 1.400 Werke umfassende Bildersammlung Gurlitts im Frühjahr 2012 in dessen Münchner Wohnung beschlagnahmt, darunter viele Werke der klassischen Moderne. Zwei Wochen nach Bekanntwerden des Fundes hatte die Behörde am Dienstag erklärt, sie wolle Gurlitt Bilder zurückgeben - allerdings nur Kunstwerke, die nicht im Verdacht stehen,   NS-Raubkunst zu sein und die zweifelsfrei Eigentum des 80-Jährigen sind.

Eine von der Bundesregierung geschaffene Expertenkommission soll herausfinden, bei welchen Werken aus Gurlitts Wohnung es sich um NS-Raubkunst handelt.