Der Bundestag widerspricht einem Bericht, wonach in den Beständen des Parlaments NS-Raubkunst gefunden wurde. Es gebe es keine "entdeckte Nazi-Raubkunst", der Sprecher von Bundestagspräsidenten Norbert Lammert habe dies auch nicht bestätigt, heißt es in einer Mitteilung des Bundestags. Der Sprecher habe lediglich mitgeteilt, "dass der Bundestag hoffe, die laufenden Untersuchungen bis März/April 2014 abgeschlossen zu haben". Dann würden die Ergebnisse veröffentlicht.

Die Bild-Zeitung hatte zuvor berichtet, der Kunstbeirat des Deutschen Bundestages habe in Parlamentsbeständen weitere NS-Raubkunst entdeckt. Dies habe der Sprecher von Lammert bestätigt. Bei den Werken handelt es sich dem Bericht zufolge um das Ölgemälde Kanzler Bülow spricht im Reichstag von Georg Waltenberger von 1905 und die Kreidelitographie Straße in Königsberg von Lovis Corinth aus dem Jahr 1918. Das dementiert der Bundestag.

Bisher gebe es zwei Verdachtsfälle, räumte der Bundestag laut der Mitteilung ein. Diese würden derzeit von einer Kunsthistorikern geprüft. Es lägen jedoch noch keine Erkenntnisse vor, dass es bei den beiden Bildern einen Zusammenhang zur Sammlung Gurlitt gebe. Das hatte die Bild-Zeitung behauptet. Im Februar war die Sammlung der Münchner Familie mit mehr als 1.000 Werken beschlagnahmt worden war.

Der Bundestag widerspricht auch der Behauptung, es gebe im Parlament 108 Kunstwerke, deren Herkunft ungeklärt sei und die im Verdacht stünden, Raubkunst zu sein. Das hatte die Bild-Zeitung berichtet. Man habe der Zeitung auf Nachfrage gesagt, dass geschätzt bis zu 700 Werke der Kunstsammlung des Parlaments vor 1945 entstanden sein könnten, heißt es in der Mitteilung. Bei 592 Werken sei dies bestätigt, die Untersuchung sei aber noch nicht abgeschlossen.