Norwegen will an die Mordtaten auf der Insel Utøya und in Oslo mit zwei Denkmalen erinnern. Eine Jury aus künstlerischen Beratern und gesellschaftlichen Vertretern beauftragte den schwedischen Künstler Jonas Dahlberg mit der Aufgabe, die Gedenkstätten zu gestalten. Dahlberg hatte sich gegen 300 Mitbewerber aus 45 Ländern durchgesetzt.

Sein Entwurf Memorial Wound konfrontiere den Betrachter mit dem Trauma und dem Verlust, die der 22. Juli 2011 gebracht habe, schrieb die Jury. "Der Vorschlag ist radikal und mutig und erinnert ganz direkt und körperlich an die tragischen Ereignisse."

Jonas Dahlberg, der in seinen Arbeiten oft auf Landschaften und Straßenbilder zurückgreift, um psychologische Zustände auszudrücken, möchte die kleine Halbinsel Sørbråten zerschneiden. Er will durch eine dreieinhalb Meter breite Spalte einen Teil vom Festland trennen. An der Innenseite der Schneise sollen die Namen der Opfer eingraviert werden. Sie werden vom Festland aus lesbar, aber nicht berührbar sein. Sørbråten liegt etwa 1,5 Kilometer von Utøya entfernt im norwegischen Tyrifjord. 

Das abgetragene Material aus Felsen, Erdreich und Bäumen soll im Osloer Regierungsviertel zu einem zweiten Denkmal in Form eines temporären Wandelweges und später eines Amphitheaters aufgebaut werden.

Der Norweger Anders Behring Breivik hatte im Juli 2011 im Osloer Regierungsviertel einen Sprengsatz gezündet. Anschließend schoss er auf Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendlagers auf der Fjordinsel Utøya. Insgesamt starben 77 Menschen. Breivik wurde für die Tat zu 21 Jahren Haft verurteilt.