Cornelius Gurlitt hat sich Monate nach Bekanntwerden des Schwabinger Bilderfundes mit der Bundesregierung geeinigt. Es sei ein Vertrag geschlossen worden, in dem geregelt sei, wie weiter mit den Bildern umgegangen werde. Dies teilten die Bundesregierung, das bayerische Justizministerium und Gurlitts Anwälte in einem gemeinsamen Schreiben mit.

Gurlitt erklärt sich darin dazu bereit, alle unter Raubkunstverdacht stehenden Bilder auf ihre Herkunft untersuchen zu lassen. "Er verpflichtet sich zur freiwilligen Rückgabe der infrage kommenden Raubkunstbilder", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters dem 3sat-Magazin Kulturzeit. "Wir sind sehr froh, dass wir mit Herrn Gurlitt und seinen Anwälten einen Vertrag abschließen konnten, unabhängig vom laufenden Strafverfahren."

Die Taskforce Schwabinger Kunstfund werde alle betroffenen Bilder innerhalb eines Jahres überprüfen. "Kunstwerke, für die innerhalb der Jahresfrist die Provenienzrecherche durch die Taskforce nicht abgeschlossen wurde, werden an Cornelius Gurlitt herausgegeben", heißt es in dem Schreiben. "Soweit Restitutionsansprüche angemeldet wurden oder bestehen können, bleiben die Werke auch nach Jahresablauf in treuhänderischer Verwahrung."

Wie viele Bilder aus der Sammlung Raubkunst sind, und damit den Nachfahren der ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden sollen, ist noch unklar. Einer von Gurlitts Beratern geht von "40 bis 50 Werken" aus. Medienberichte nannten eine Zahl von 590 Kunstwerken, die wohl allerdings deutlich zu hoch ist.