Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und des Norddeutschen Rundfunks soll der verstorbene Kunstsammler Cornelius Gurlitt seine gesamte Bildersammlung einer Kunstinstitution im Ausland vermacht haben. Dies gehe aus einem Testament hervor, das der 81-Jährige vor wenigen Monaten in einem Krankenhaus gemacht habe. In dem Testament sei verfügt worden, dass die Sammlung in jedem Fall zusammenbleiben müsse.

"Ich kann bestätigen, dass Herr Gurlitt vor seiner schweren Herzoperation einen Notar-Termin wahrgenommen hat", teilte Gurlitts Sprecher Stephan Holzinger mit.

Das Nachlassgericht muss laut dem Medienbericht nun herausfinden, ob es ein gültiges Testament, einen Erbvertrag oder beides gibt. Der Sprecher Gurlitts wollte keine weiteren Informationen preisgeben. "Ich kann zwar verstehen, dass die Spekulationen jetzt wild blühen, werde darüber hinaus jedoch derzeit keine Stellung nehmen", sagte Holzinger.  

"Ich möchte hingegen am Tag seines Todes betonen: Cornelius Gurlitt hat einen wesentlichen Beitrag zur Versöhnung geleistet, mehr als der deutsche Staat bis dato je in dieser schwierigen Angelegenheit unternommen hat", sagte Gurlitts Sprecher vor dem Hintergrund der Debatte um NS-Raubkunst weiter. 

Gurlitt starb vier Wochen nach einer Vereinbarung mit dem Land Bayern und der Bundesregierung. Darin hatte er zugesichert, seine Sammlung von Experten untersuchen zu lassen. Sollten Werke sich als Nazi-Raubkunst herausstellen, werde er diese zurückgeben. Die Vereinbarung Gurlitts mit der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern sei auch für die Erben bindend, teilte das bayerische Justizministerium mit.