Wieder ein Kunstfund im Fall Cornelius Gurlitt: In einem Koffer, mit dem der Kunstsammler im Frühjahr im Münchner Krankenhaus war, ist ein Bild von Claude Monet gefunden worden. Das teilte die Taskforce Schwabinger Kunstfund mit. Es sei dem Nachlasspfleger am Montag übergeben worden und befinde sich nun mit Hunderten anderen Werken aus Gurlitts Sammlung in einem Depot.

Nach erster Sichtung des Monet-Werkverzeichnisses könne das Bild um 1864 entstanden sein. Die Arbeit auf Papier zeigt eine Landschaft in Blau und weist nach Angaben der Experten große Ähnlichkeit mit dem Bild Vue de Sainte-Adresse auf.

Gurlitt, der in seiner Münchner Wohnung mehr als 1.000 Kunstwerke berühmter Maler gehortet hatte, war am 6. Mai gestorben. Erst am vergangenen Dienstag informierte der Nachlasspfleger das Münchner Amtsgericht über die Existenz des Monet-Bildes. Er selbst soll es erst am Tag zuvor gefunden haben. Bis dahin sei Gurlitts Koffer in der Klinik aufbewahrt worden, hieß es in einer Pressemitteilung der Taskforce.

Ob es sich um Nazi-Raubkunst handelt, sollen nun Experten klären. Das Bild soll geprüft und bald in die Online-Datenbank Lost Art eingestellt werden.  

Im Februar 2012 hatte die Staatsanwaltschaft 1.280 Kunstwerke aus Gurlitts Besitz wegen des Verdachts auf ein Steuer- und Vermögensdelikt beschlagnahmt und zunächst unter Verschluss gehalten. Anfang 2014 wurde bekannt, dass weitere 238 Werke in Gurlitts Haus in Salzburg lagerten – darunter Werke von Picasso und auch Monet. Im Juli tauchten bei der Wohnungsauflösung weitere Kunstwerke auf. Hunderte der Werke stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. 

Cornelius Gurlitt war der Sohn von Hildebrand Gurlitt, der als einer von vier Kunsthändlern Adolf Hitlers für das NS-Regime mit Kunst handelte. Er hatte das Kunstmuseum Bern als Alleinerben eingesetzt. Das Museum hat allerdings noch nicht entschieden, ob es das Erbe antreten will. Zeit dazu hat es noch bis November.