Die Rückgabe des ersten Bildes aus der Sammlung Gurlitt steht nach Spiegel-Informationen kurz bevor. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat eine entsprechende Restitutionsvereinbarung unterschrieben, wie ihr Sprecher bestätigte. Damit steht der Rückgabe des Max-Liebermann-Gemäldes Zwei Reiter am Strand aus dem Nachlass des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt an die rechtmäßigen Eigentümer wohl nichts mehr im Weg. Sie sei "heilfroh, dass dies nun gelungen ist", sagte Grütters. Bei Rückgaben dieser Art gehe es weniger um materielle Werte, sondern vor allem um "die Anerkennung der Opferbiografien".

Bereits im August vergangenen Jahres hatte die Taskforce "Schwabinger Kunstfund", die den Gurlitt-Nachlass überprüft, den Raubkunst-Verdacht bei diesem Gemälde bestätigt. Von mehreren Seiten hatte es in den vergangenen Monaten Kritik gegeben, weil die Taskforce die Bilder zwar als Raubkunst identifizierte, keines von ihnen aber bisher zurückgegeben wurde.

Nach Informationen des Spiegels ist ein New Yorker Anwalt und Holocaust-Überlebender anspruchsberechtigt. Es soll sich um einen Großneffen des früheren jüdischen Eigentümers handeln. Der unterzeichnete Vertrag muss allerdings noch dem zuständigen Nachlassgericht in München vorgelegt werden, vor dem sich das Kunstmuseum Bern und eine Cousine Gurlitts um das Erbe streiten. Der Vertrag soll allerdings bereits mit beiden Parteien abgestimmt worden sein.

Außerdem zeichnet sich auch die Rückgabe des Gemäldes Sitzende Frau von Henri Matisse an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Paul Rosenberg ab. Auch hier ist sich die Taskforce seit Langem sicher, dass das Gemälde einst von den Nationalsozialisten geraubt wurde. 

Im Jahr 2013 hatte die spektakuläre Kunstsammlung, die in Gurlitts Münchner Wohnung gefunden wurde, weltweit Schlagzeilen gemacht. Monatelang stand er im Zentrum einer hitzigen Debatte um Nazi-Raubkunst. Nach dem Tod des Kunstsammlers im Mai 2014 entbrannte ein Streit um sein Erbe. Gurlitt vermachte seinen kompletten Besitz in seinem Testament dem Kunstmuseum Bern, seine Cousine aber zweifelt dieses Testament an.