Der renommierte britische Turner-Preis für zeitgenössische Kunst geht an die britische Architektengruppe Assemble. Das aus 18 jungen Architekten, Designern und Künstlern bestehende Kollektiv erhielt den Preis unter anderem für ihr Renovierungsprojekt Granby Four Streets in einem Problemviertel Liverpools, bei dem die Gruppe eng mit Bewohnern zusammenarbeitet. "Die Nominierung war eine Überraschung für alle von uns", sagte ein Mitglied bei der Verleihung in Glasgow. Die vergangenen sechs Monate seien eine "super surreale Erfahrung" gewesen. Das Projekt solle noch lange Zeit weitergehen.

"Nicht jeder wird mit der Verleihung einverstanden sein", sagte die US-Sängerin und bildende Künstlerin Kim Gordon, die den Gewinner bekannt gab. Die größtenteils aus jungen Leuten unter 30 bestehende Gruppe hatte bereits zuvor etwa mit einem Projekt Furore gemacht, bei dem eine alte Tankstelle in ein Kino umfunktioniert wurde.

Der Turner-Preis gilt als die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Er wird an Künstler bis zu 50 Jahren vergeben, die Briten sind oder bereits in Großbritannien ausgestellt haben. Der Preisträger erhält 25.000 Pfund (35.600 Euro).

Insgesamt gab es vier Nominierte. Darunter auch die in London lebende deutsche Installationskünstlerin Nicole Wermers, deren Londoner Ausstellung "Infrastruktur" über das Thema Ästhetik und Konsum Beachtung fand. Außerdem nominiert waren Bonnie Camplin und Janice Kerbel. Im vergangenen Jahr gewann der aus Irland stammende Künstler Duncan Campbell mit einer Video-Arbeit.