Das Museum im südfranzösischen Elne hat eingestanden, dass sich 82 der 140 ausgestellten Werke als Fälschungen erwiesen haben. Es entfernte die Bilder und zeigt nun eine deutlich verkleinerte Sammlung. Das Museum widmet sich vollständig den Werken des Impressionisten Étienne Terrus, der sein Leben in Elne verbracht hatte. Doch nur die wenigsten Bilder sind wirklich von ihm.

Der Schwindel war aufgeflogen, als im August nach der Renovierung des Museums eine neue Ausstellung organisiert werden sollte. Der Kurator und Kunsthistoriker Eric Forcada entdeckte Unstimmigkeiten bei einigen Gemälden. Im Zuge der folgenden Ermittlungen wurden mehr als 80 Werke beschlagnahmt.

Die Ausdünnung der Sammlung sei "eine Katastrophe für die Gemeinde", sagte Bürgermeister Yves Barniol. Das Museum ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten in der 9.000-Einwohner-Stadt, die an der spanischen Grenze in den Pyrenäen liegt. Die Gemeinde, die das Museum betreibt, hatte die falschen Terrus-Gemälde über zwei Jahrzehnte hinweg gekauft – für insgesamt 160.000 Euro. Die Polizei in Perpignan ermittelt wegen Fälschung und Betrugs. Die BBC berichtete, dass laut den Ermittlern auch andere Werke lokaler Künstler betroffen sein könnten.

Terrus, der für seine Bilder von lichtdurchfluteten Küstenlandschaften geschätzt wird, war mit dem französischen Maler Henri Matisse befreundet. Er lebte von 1857 bis 1922 mit kurzen Unterbrechungen in Elne. Terrus wird den Impressionisten zugerechnet und gilt als Vorreiter der Fauvisten. Nachdem er fast in Vergessenheit geraten war, eröffnete seine Heimatstadt 1994 das Museum zu seinen Ehren.