Der ehemalige Museumschef Okwui Enwezor ist tot. Der frühere künstlerische Leiter des Hauses der Kunst in München starb im Alter von 55 Jahren, wie das Museum mitteilte.

Kurz nach seinem Abschied aus dem Haus der Kunst im Sommer vergangenen Jahres hatte er seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Im Spiegel hatte er damals gesagt, er habe das Gefühl gehabt, in München nicht mehr erwünscht gewesen zu sein.

Das Haus der Kunst hat keine eigene Sammlung und bestückt seine Ausstellungen mit Leihgaben. Der aus Nigeria stammende Enwezor hatte das Amt an der Spitze des Hauses im Jahr 2011 übernommen.

2002 leitete er die documenta 11 in Kassel, 2015 die 56. Biennale von Venedig. "Es gibt nie den idealen Zeitpunkt für einen Abschied, aber ich trete zu einem Zeitpunkt zurück, an dem das Haus der Kunst eine künstlerische Position der Stärke erreicht hat", sagte er zum Abschied in München.

Allerdings hatte das Haus damals schwierige Zeiten hinter sich, Geldprobleme häuften sich. Auch die Nähe von Angestellten zu Scientology und Fälle sexueller Belästigung zogen Kritik nach sich. Der Aufsichtsrat hatte schon vor dem Abschied reagiert und Enwezor einen kaufmännischen Geschäftsführer an die Seite gestellt.