Das Werk Der verspottete Christus des italienischen Vorrenaissance-Malers Cimabue ist in Frankreich für mehr als 24 Millionen Euro versteigert worden. Dominique Le Coënt vom Auktionshaus Actéon sagte, der Verkauf sei ein Weltrekord für ein Werk von vor 1500. "Es ist ein Gemälde, das einzigartig, großartig und monumental war. Cimabue war der Vater der Renaissance", sagte Le Coënt.

Das kleine Gemälde zeigt auf einem Goldgrund Christus inmitten einer Menschenmenge. Die Werke von Cenni di Pepo (1272–1302), wie Cimabue eigentlich heißt, sind sehr selten. Der Florentiner Maler und Mosaikkünstler gilt als eine der wichtigsten Figuren der italienischen Vorrenaissance.

Noch vor wenigen Wochen hatte das Bild unerkannt in der Küche einer älteren Frau in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Compiègne gehangen. Die frühere Besitzerin war sich demnach über den Millionenwert nicht im Klaren. Eine für Auktionen zuständige Person hatte das Gemälde im Juni gesehen, als sie das Haus der Französin inspizierte. Die Person empfahl der Frau, es für eine Einschätzung zu Experten zu bringen. Die Frau wird nach Angaben des Auktionshauses den Großteil der 24 Millionen Euro erhalten. Der Auktionspreis war zuvor auf vier bis sechs Millionen Euro geschätzt worden.

Der französische Kunstexperte Eric Turquin hatte laut Medien das Werk begutachtet und für echt befunden. Wer der neue Besitzer ist, blieb zunächst unklar. Unter den acht Bietern waren auch einige Museen. Die Auktion mache das Gemälde zum siebtteuersten Werk alter Meister, teilte das Auktionshaus Actéon mit.

Cimabue ist einer der bekanntesten Maler Italiens vor der Renaissance. Andere Werke aus der Christus-Reihe hängen in Museen in London und New York.