Ohne das beherzte Eingreifen von David Datuna wäre die Banane vergammelt. Und bestimmt auch weniger berühmt. Doch von vorn. Der italienische Künstler Maurizio Cattelan hat auf der Art Basel in Miami Beach, einer großen Kunstverkaufsmesse, eine Banane ausgestellt. Er klebte sie mit Duct Tape an die Wand und gab dem Ganzen den Titel "Comedian".

Ob das komödiantische Kunstwerk eine Kritik an dem längst dematerialisierten Kunstmarkt sein sollte, ist nicht überliefert. Klar ist hingegen, dass es Liebhaber fand.

Laut New York Times wurde das Kunstwerk, beziehungsweise dessen Idee, gleich dreimal verkauft. Zwischen 120.000 und 150.000 Dollar hätten drei Käufer für eine limitierte Ausgabe bezahlt, so die Zeitung. Jeder habe dazu ein Zertifikat der Echtheit und Anweisungen für die Erneuerung der Banane und des Klebebandes erhalten.

Die wurde schneller notwendig als möglicherweise geplant. Denn am vorletzten Tag der Art Basel nahm der Performance-Künstler David Datuna sie von der Wand, schälte und aß sie – und machte sie auf diese Art zu seiner eigenen Kunst. Zumindest biss er mit den Worten hinein: "Kunst-Performance... hungriger Künstler."

Er veröffentlichte den Akt anschließend als Video auf Instagram und schrieb dazu: "Ich liebe die Kunst von Maurizio Cattelan und ich liebe wirklich diese Installation. Sie ist sehr lecker."

Die Idee von einer Banane

Zuschauende Besucher waren begeistert, die Galerie, die das Objekt ausgestellt hatte, weniger. Lucien Terras, der Sprecher der Galerie Perrotin, konnte der Aktion wenig abgewinnen. Datuna habe dem Objektraum "viel Spannung und Aufmerksamkeit" bereitet, sagte er der Zeitung Miami Herald. "Und wir haben nichts für Spektakel übrig."

Vielleicht war es aber auch geplant, schließlich brachte der Akt der Banane und den beteiligten Künstlern weltweite Aufmerksamkeit, wie letztlich auch der hier vorliegende Text beweist.

Und vernichtet hatte Datuna das Werk damit auch nicht. Schließlich war eine Installation mit einem vergänglichen und daher austauschbaren Gut verkauft worden. Kurz darauf hing denn auch eine neue Banane an der weißen Wand und viele Besucher fotografierten sich begeistert vor ihr. Denn, wie der Galeriesprecher sagte: "Er hat das Kunstwerk nicht zerstört. Die Banane ist die Idee."

Als Kunstkonzept ist das alles nicht neu. Joseph Beuys nutzte beispielsweise Fett für einige seiner Werke – eines davon, die sogenannte Fettecke, wurde versehentlich vom Hausmeister entfernt. Woraufhin ein anderer Künstler die in einem Abfalleimer entsorgten Reste sogleich als eigenes Kunstwerk anmeldete, Titel: "Reste einer staatlich zerstörten Fettecke". Kunst ist schließlich das, was ein Künstler oder eine Künstlerin als Kunst definiert.