Für den Amman Verlag hatte Gisela Kraft 2008 den Gedichtband Die Namen der Sehnsucht des türkischen Lyrikers Nâzim Hikmet nachgedichtet. Dafür erhielt sie im Oktober den Christoph-Martin-Wieland-Literaturpreis für herausragende Übersetzungen. Bereits vor vier Jahren war sie mit dem Weimar-Preis ausgezeichnet worden. Die gebürtige Berlinerin machte außerdem vor 26 Jahren von sich reden, als sie von Westberlin in die DDR übersiedelte.

ich wollte ein regal bauen, aber ich baute einen vers, darin viele bücher platz hatten.
Gisela Kraft auf ihrer Website

Gisela Kraft wurde 1936 in Berlin geboren und besuchte eine Schauspielschule. Von 1972 an studierte sie Islamwissenschaft an der Freien Universität in Berlin und promovierte sechs Jahre später über den türkischen Dichter Fazil Hüsnü Daglarca. Von 1982 an arbeitete sie an der Schaubühne Berlin und engagierte sich für die Initiative Künstler für den Frieden, bevor sie von 1984 an in der DDR als Schriftstellerin arbeitete. Sie schrieb unter anderem die Gedichtbände Katze und Derwisch und Keilschrift sowie den Roman Planet Novalis. Aus dem Türkischen übersetzte sie unter anderem Werke von Aras Ören und Yunus Emre. Gisela Kraft war Mitglied des deutschen PEN-Zentrums.