ZEIT ONLINE: Herr Blumenbach, Sie haben sechs Jahre an der Übersetzung von David Foster Wallace' Unendlicher Spaß gearbeitet.

Ulrich Blumenbach: Ja, vor sechs, sieben Jahren habe ich angefangen, aber zwischendurch musste ich aussetzen. So ein Mammutwerk finanziert sich nicht alleine. Also übersetzte ich zwischendrin noch Erzählungen von Wallace, die etwas schneller gingen.

ZEIT ONLINE:Wallace' Figuren sprechen im Roman verschiedene Jargons. Wie sind sie denen begegnet?

Blumenbach: In Unendlicher Spaß finden sich zahlreiche Fachsprachen, das ist richtig. Aus der Mathematik, Pharmakologie, Tennis, Sportkommentatorenjargon, Botanik, Architektur. Es sind etwa 28.

ZEIT ONLINE: Standen Sie zu Wallace in Kontakt, als er noch lebte?

Blumenbach: Nein, gar nicht. Normalerweise ist das ja Routine zwischen Übersetzer und Schriftsteller. Es gab mehrere Versuche des Verlags, den Kontakt herzustellen, aber es hat nicht geklappt.

ZEIT ONLINE: Warum nicht?

Blumenbach: Das weiß ich nicht.

ZEIT ONLINE: Auffällig an Wallace' Werk sind auch seine Wortschöpfungen, die sicher oft schwierig zu übersetzen sind. Haben Sie ein Lieblingswort?

Blumenbach: Oh, da gibt es viele. Zum Beispiel Halluzinogenivore.

ZEIT ONLINE: Was bedeutet das?

Blumenbach: Eine Analogie zu Carnivore, Fleischfresser. Halluzinogenivore ist einer, der Drogen nimmt.

ZEIT ONLINE: Gab es Wörter, die Ihnen keine Ruhe ließen?

Blumenbach: Ja, manche standen Jahre lang auf meiner Fragenliste.

ZEIT ONLINE:
Wie lange war die im schlimmsten Fall?

Blumenbach: Ich habe sie zwischendurch immer gekürzt. Ich glaube, es waren maximal fünf Seiten.